Ärzte Zeitung online, 30.12.2011

Noch ein Risiko-Gen für Pankreas-Ca entdeckt

Ein jetzt von US-amerikanischen Forschern identifiziertes Gen könnte Möglichkeiten zum Screening auf Pankreaskrebs eröffnen. Es wird als ATM-Gen bezeichnet.

BALTIMORE (eb). US-amerikanische Forscher hoffen, in puncto Screening auf Pankreaskarzinom einen Schritt vorwärts gekommen zu sein.

Sie haben entdeckt, dass Mutationen im ATM-Gen mit familiär gehäuftem Pankreaskrebs im Zusammenhang stehen. ATM steht für "Ataxia Tel angiectasia Mutated".

Etwa zehn Prozent der Pankreaskarzinome treten familiär gehäuft auf. Ein genetischer Zusammenhang sei angenommen worden; bisher sei es aber nicht gelungen, für die allermeisten Krankheitsfälle bedeutsame Gene zu identifizieren, so Professor Alison Klein aus Baltimore.

Klein ist unter anderem Direktorin eines US-amerikanischen Registers, in dem Fälle familiär gehäufter Pankreas karzinom-Erkrankungen erfasst werden.

Mutationen im ATM-Gen entdeckt

Dem Team um Klein ist es gelungen, bei Patienten mit Pankreas-Ca aus zwei Familien mit gehäuften Pankreaskrebs-Fällen Mutationen im ATM-Gen zu identifizieren (Cancer Discovery 2011, online 29. Dezember).

In der Folge wurden Gen-Analysen bei einem größeren Patienten- und Kontrollkollektiv gemacht. Die Forscher konnten dabei Mutationen im ATM-Gen bei vier von 166 Patienten aus Familien mit familiär gehäuftem Pankreaskarzinom entdecken, aber bei keinem der 190 dazugehörigen Ehepartner oder Ex-Ehepartner.

Die Ergebnisse legten nahe, dass vererbte ATM-Gen-Mutationen bei der Entstehung familiär gehäufter Krebserkrankungen von großer Bedeutung seien, so die Forscher.

Nach Einschätzung von Klein könnte das neue Wissen zur Bedeutung des ATM-Gens die Optionen eines Screenings auf diese Krebsart voranbringen. Bisher gebe es hier keine empfohlenen Screening-Tests.

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