Ärzte Zeitung, 16.04.2012

Europas Onkologen beginnen erst mit dem Netzwerken

Europas Krebsforschung ist so zersplittert wie der Kontinent selbst. Das Europäische Forum Onkologie am 3. und 4. Mai in Berlin will Forschung und Politik eine Plattform bauen, um Synergien voranzutreiben.

BERLIN (af). Das Altern der europäischen Bevölkerung lässt die Zahl der Neuerkrankungen an Krebs steigen. Bereits heute diagnostizieren Ärzte in Europa bei rund 3,2 Millionen Menschen im Jahr Krebs.

Darauf hat der Onkologe Professor Ulrik Ringborg aus Stockholm im Vorfeld des Europäischen Forums Onkologie 2012 hingewiesen.

Noch sei die Onkologie in der Europäischen Union nicht optimal aufgestellt, warnt Ringborg. Die Forschungslandschaft sei zersplittert, die Translation verbesserungsbedürftig und bei den Therapieerfolgen gebe es ein Nord-Süd-Gefälle.

"Onkologie ist ein Megatrend. Europa darf sich als Forschungsstandort nicht von den USA oder Asien abhängen lassen", sagt Dr. Franz Dormann, Geschäftsführer des Kongressveranstalters "Forum Onkologie" in Berlin.

Die Strukturen in der onkologischen Forschung und Therapie in der EU zu verbessern helfen, ist der Ansatz des Europäischen Forums Onkologie. "Das ist kein rein wissenschaftlicher Kongress, sondern einer der die Onkologie in Europa weiterbringt", wirbt Dormann für die Verranstaltung.

Ziel sei es, den Onkologen in Europa eine Plattform zu bauen, von der aus sie den europäischen Auftrag angehen könnten, sich zu vernetzen und Synergien zu schaffen.

Stärker europäisch ausgerichtet

Beispiel Nutzenbewertung: Fast jeder Staat in der EU macht seine eigene Kosten-Nutzen-Bewertung. Das sei kontraproduktiv, sagt Dormann. Solche Reibungsverluste zu diskutieren, dafür sei das Europäische Forum Onkologie das richtige Format.

Zum zweiten Mal nach 2010 lädt das Forum Onkologie bei der Gesundheitsstadt Berlin GmbH zum Europäischen Forum Onkologie ein.

Am 3. und 4. Mai kommen rund 250 Wissenschaftler, Politiker, Vertreter der Pharmaindustrie und der Kostenträger sowie Kliniker in Berlin zusammen, um über Translation und die Zusammenarbeit von industrieller und universitärer Forschung sowie zum Beispiel den Aufbau europaweiter Datenbanken und Krebsregister zu diskutieren.

Der Kongress sei stärker europäisch ausgerichtet als die Erstauflage und beziehe Osteuropa mehr ein, hat Dormann angekündigt.

Auf dem Kongress vertreten sind unter anderem die Members of the European Parliament Against Cancer. Ab 2013 soll das Europäische Forum Onkologie jährlich auf dem Berliner Veranstaltungskalender auftauchen.

Europäisches Forum Onkologie, 3. und 4. Mai in Berlin. Anmeldungen: www.forum-onkologie.eu

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »