Samstag, 25. Mai 2013
Ärzte Zeitung, 21.08.2012

Studie

Senkt ASS das Risiko für ein Endometrium-Ca?

BRISBANE (mut). Nehmen Frauen mehr als zwei Schmerztabletten mit ASS pro Woche ein, sinkt damit offenbar ihr Risiko für ein Endometriumkarzinom. Von der Schutzwirkung profitieren allerdings nur dicke Frauen.

In einer Fall-Kontroll-Studie wurden knapp 1400 Frauen mit frisch diagnostiziertem Endometrium-Ca sowie 740 gleich alte Frauen ohne Krebsdiagnose nach ihrem Schmerzmittelkonsum befragt (Int J Cancer 2012, online 9. Juli).

Insgesamt hatten 38,8 Prozent der gesunden, aber nur 34,3 Prozent der erkrankten Frauen in den vergangenen fünf Jahren ASS (300 bis 600mg/ Tablette) eingenommen. Daraus berechneten die Autoren ein um 22 Prozent geringeres Risiko für ein Endometrium-Ca bei Frauen mit ASS-Gebrauch.

Der Effekt ist offenbar dosisabhängig: Bei im Schnitt mehr als zwei Tabletten pro Woche ist das Risiko nach diesen Daten fast halbiert - eine kausale Beziehung vorausgesetzt.

Die Forscher betteten die Fall-Kontroll-Studie in einer Metaanalyse mit acht weiteren, zumeist kleineren Studien ein. Auch hier ergab sich wieder ein höherer ASS-Konsum bei den Nicht-Erkrankten.

Unterschiede bei BMI über oder unter 30

Interessant war hier die Unterscheidung in Frauen mit einem BMI über und unter 30. Von sechs Studien ergaben drei ein erhöhtes Krebsrisiko für nicht adipöse Frauen unter ASS, nur zwei ein erniedrigtes. Im Mittel war das Risiko um 8 Prozent erhöht.

Bei den dicken Frauen ließ sich in vier von fünf Studien ein reduziertes Risiko für ASS-Konsumentinnen berechnen, im Schnitt um 28 Prozent.

Das reduzierte Endometrium-Ca-Risiko bei dicken Frauen mit ASS scheint plausibel, so die Autoren der Analyse, da Adipositas zu einem leichten chronischen Entzündungsstatus führt, dem ASS entgegenwirkt.

Quelle: www.springermedizin.de

| Share
Topics
Schlagworte
Krebs (7378)
Onkologie (5546)
Krankheiten
Adipositas (2246)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Hausnotruf-Prämie: Malteser sorgen für Wirbel an der Weser

Der Malteser Hilfsdienst in Bremen meinte es wohl nur gut: Er versprach Hausärzten eine Werbeprämie für die Vermittlung neuer Kunden. Doch jetzt hat sich daran in der Bremer Ärzteschaft ein Streit entfacht. Kammer und KV bezeichnen das Vorgehen "illegal". mehr »

Vogelgrippe in China: Experten über H7N9 beunruhigt

Weniger Infektionen aber keine Entwarnung bei H7N9: In China infizieren sich deutlich weniger Menschen mit dem Vogelgrippevirus als noch vor einigen Wochen. Doch Experten mahnen zur Vorsicht - denn das Virus trägt "beunruhigende Merkmale". mehr »

Pilotprojekt: Patienten sollen Diabetes davonlaufen

In einem bundesweit einmaligen Projekt wollen Hausärzte in Köln übergewichtigen Bewegungsmuffeln Beine machen: 10.000 Schritte lautet das Ziel, das die Patienten pro Tag zurücklegen sollen. Die Ärzte gehen dabei mit gutem Beispiel voran. mehr »