Ärzte Zeitung, 14.12.2012

Anschubfinanzierung

Krebsregister sollen in drei Jahren fertig sein

Acht Millionen Euro werden für den Aufbau der klinischen Krebsregister zur Verfügung stehen. Kritik gibt es allerdings an der geplanten Finanzierung.

Von Sunna Gieseke

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Ins Register tippen - das soll bald bundesweit möglich sein.

© blickwinkel / imago

BERLIN. Die Anschubfinanzierung für die klinischen Krebsregister steht: Für deren Aufbau soll für die Länder bald ein Investitionsfonds mit acht Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Die Bundesländer werden selbst 800.000 Euro beisteuern, 7,2 Millionen Euro will die Deutsche Krebshilfe spenden.

Das haben die Deutsche Krebshilfe, Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) und der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Andreas Storm (CDU), am Donnerstag in Berlin bekannt gegeben.

"Das Ziel der Länder ist es, innerhalb von drei Jahren flächendeckend klinische Krebsregister aufzubauen", sagte Storm der "Ärzte Zeitung".

Wie das Geld innerhalb der Länder verteilt werde, sei bislang noch unklar. Hierzu seien im kommenden Jahr unter Leitung des Saarlandes weitere Gespräche geplant.

Es müsse jedoch bei der Verteilung berücksichtigt werden, dass einige Länder wie zum Beispiel Bayern, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern bereits klinische Krebsregister aufgebaut hätten, andere wiederum könnten noch keine Struktur vorweisen, so Storm.

Hier nannte der saarländische Gesundheitsminister unter anderem Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bremen. Diese Bundesländer müssten nun zügig mit dem Aufbau der klinischen Krebsregister beginnen, so Storm.

Mit dem geplanten Gesetz zur Weiterentwicklung der Krebsfrüherkennung und zur Qualitätssicherung durch klinische Krebsregister sollen die Länder beauftragt werden, klinische Krebsregister aufzubauen.

Dem Gesetzentwurf zufolge fehlen in Deutschland noch etwa 30 solcher Register. "Solche Register sind wichtig, damit Fortschritte in der Krebstherapie bewertet werden können", so Storm.

Die Betriebskosten für die klinischen Krebsregister von bundesweit geschätzt 57 Millionen Euro sollen die Länder zusammen mit den Kassen tragen. Auf Widerspruch stößt die vorgesehene fallbezogene Krebsregisterpauschale von 94 Euro.

Stattdessen fordern die Länder für jede verarbeitete Meldung über eine Neuerkrankung 119 Euro. Der Bund habe die Kosten zu niedrig angesetzt, so Storm. Die Gespräche mit dem Bund würden im nächsten Jahr fortgesetzt.

Storm zeigte sich zuversichtlich, dass hier eine tragfähige Lösung gefunden werde. Das Krebsregistergesetz wurde Ende November erstmals im Bundestag beraten. Es soll im Frühjahr 2013 in Kraft treten.

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