Ärzte Zeitung online, 04.02.2014

Fünf-Jahres-Überlebensrate

Ermutigende Zahlen bei jungen Krebspatienten

Heute leben mehr Jugendliche und junge Erwachsene mit Krebs mindestens noch fünf Jahre als noch vor vier Dekaden.

NEWCASTLE UPON TYNE. Die Verbesserung der Versorgung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Krebs hat sich in einer deutlichen Erhöhung der Fünf-Jahres-Überlebensrate niedergeschlagen. Sie liegt zum Beispiel im Norden Englands nach vier Dekaden inzwischen bei 85 Prozent.

Auf der Basis eines Registers mit einer weitgehend homogenen Bevölkerung haben britische Gesundheitsforscher und Kinderonkologen die Entwicklung des Fünf-Jahres-Überlebens in Nordengland in dieser Patientengruppe im Zeitraum zwischen 1968 und 2008 analysiert.

Dazu standen die Daten von fast 3000 Jugendlichen und jungen Erwachsenen zur Verfügung. Studienendpunkt war Tod jedweder Ursache. Die Überlebenszeit wurde ab dem Zeitpunkt der Diagnose berechnet. In die Berechnung wurden hämatologische wie onkologische Malignome einbezogen (Pediatr. Blood Cancer 2014; online 16. Januar).

Betrachteten die Wissenschaftler alle Krebsarten gemeinsam, ließ sich eine Erhöhung der Fünf-Jahres-Überlebensrate von 46 Prozent in den Jahren zwischen 1968 und 1977 auf 84 Prozent der Dekade zwischen 1998 bis 2008 feststellen. Am erfolgreichsten war die Versorgung von Patienten mit einem Melanom oder mit Hauttumoren, denn da stieg die Fünf-Jahres-Überlebensrate von 64 auf 100 Prozent.

Unter Patienten mit Leukämien oder Lymphomen lebten anfangs nach fünf Jahren noch 62 Prozent, im letzten berücksichtigten Jahrzehnt jedoch noch 84 Prozent. Ähnlich war es bei Patienten mit soliden Tumoren (47 versus 86 Prozent).

Insgesamt betrachtet war die Wahrscheinlichkeit, fünf Jahre nach der Krebsdiagnose noch zu leben, bei Mädchen und jungen Frauen höher als bei männlichen Patienten, und zwar um 17 Prozent. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate war zudem höher bei Patienten zwischen 20 und 25 Jahren, verglichen mit den jüngeren zwischen 15 und 19 Jahren.

Schließlich schnitten ärmere Patienten schlechter ab als Studienteilnehmer aus wohlhabenderen Familien. Beurteilt wurde dies mithilfe des "Townsend deprivation score", benannt nach dem britischen Soziologen Professor Peter Townsend, der auf der Grundlage von mindestens vier Indikatoren den Score entwickelt hatte, mit dem sich die Abweichung des Lebensstils von der Gesamtbevölkerung messen lässt.

Auf dieser Basis wurden die Studienteilnehmer in fünf Gruppen eingeteilt, von sehr arm bis sehr wohlhabend. Im Vergleich zu früheren Studien mit Erwachsenen fiel allerdings der Unterschied bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht so deutlich aus.

Nach Ansicht der britischen Wissenschaftler beruht die in den vergangenen Jahrzehnten immer größer gewordene Fünf-Jahres-Überlebensrate vor allem auf speziell für junge Krebspatienten entwickelten Therapieempfehlungen. In künftigen Studien sei zu prüfen, welche Faktoren die Überlebensrate beeinflussen und die Krebsdiagnose verzögern könnten. (ple)

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