Ärzte Zeitung online, 04.09.2015

Bonn

Internationales Register optimiert Krebs-Therapie

BONN. Bonner Forscher haben 2011 ein Register entwickelt, das die Ergebnisse der Krebstherapie mit Zytokin-induzierten Killerzellen (CIK-Zellen) international sammelt. Weltweit können Ärzte einen digitalen Fragebogen in englischer Spracheausfüllen, teilt die Uniklinik Bonn mit.

Dieser erfasst zum Beispiel die Art der Krebserkrankung, Ein- und Ausschlusskriterien der Studie, Zahl und Vitalität der CIK-Zellen, Anzahl der CIK-Zellinfusionen, Erfolge und Nicht-Erfolge der Therapie sowie beobachtete Nebenwirkungen - Daten, die häufig nicht veröffentlicht wurden.

So sei mit den Ergebnissen des Registers ein neuer Standard zur Publikation definiert worden, der sich positiv auf die Qualität von klinischen Studien mit CIK-Zellen auswirke, heißt es in der Mitteilung. Die elektronisch zusammengetragenen Ergebnisse werden in Bonn ausgewertet.

Derzeit sind 45 Studien mit 2729 Patienten im Register erfasst. Davon sprach etwas mehr als jeder Dritte auf die Therapie an, heißt es in der Mitteilung. Es wurden nur geringe Nebenwirkungen der Therapie berichtet, vor allem Fieber, Kopfschmerzen und vorübergehende Erschöpfung.

"Bis 2011 gab es keine zentrale Anlaufstelle", wird der Entwickler der CIK-Zell-Therapie Professor Dr. Ingo Schmidt-Wolf, Direktor des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) am Standort Bonn, in der Mitteilung zitiert. Mit dem Register hätten die Bonner Ärzte jetzt einen Überblick darüber, bei welchen Tumorerkrankungen und unter welchen Bedingungen diese Behandlung besonders gut wirkt.

Zudem gibt es Hinweise darauf, wann vom Einsatz der CIK-Zellen abzuraten ist. Sinnlose Behandlungen werden so vermieden. "Davon profitieren die Patienten. Daher sind Kollegen weltweit dazu aufgerufen, sich weiterhin an der freiwilligen Meldung zu beteiligen", so Schmidt-Wolf. (eb)

Das Formular für das Register gibt es im Internet auf: www.cik-info.org/index.php?kat=dataform

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »