Ärzte Zeitung, 20.11.2015

Pharmakologie

Transport von Arzneien via Phospholipide

JENA. Professor Paola Luciani von der Uni Jena möchte Transportsysteme entwickeln, die Arzneistoffe "verpacken" und erst dann kontrolliert freisetzen, wenn diese ihr Ziel im Körper erreicht haben. Dafür nutzt die Chemikerin Phospholipide - Fette also, die in praktisch allen Organismen vorkommen und Hauptbestandteil der Zellmembranen sind, teilt die Uni Jena mit.

Das Besondere: Während sich ein Molekül-Teil gut in Wasser löst, sind andere Molekülketten wasserabweisend. So ordnen sich Phospholipide in Wasser immer auf die gleiche Art an: Sie bilden kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Vesikel.

"Sowohl das Innere dieser Vesikel als auch die Lipidhülle eignen sich, um Wirkstoffe aufzunehmen, die so gut verpackt an ihren Zielort transportiert werden können", so Lucianilaut Mitteilung.

Diese Transportsysteme könnten in der Therapie und Diagnostik von verschiedenen Krankheiten, beispielsweise Krebs, fibrotische und entzündliche Erkrankungen, zum Einsatz kommen.

Ziel der wissenschaftlichen Arbeit von Luciani ist es, nicht nur Phospholipid-Vesikel - sogenannte Liposomen - als mögliche Arzneistoff-Carrier zu entwickeln, sondern diese auch für diagnostische Anwendungen nutzbar zu machen, in dem diese etwa Kontrastmittel für bildgebende Verfahren transportieren.

"Dabei geht es beispielsweise um Möglichkeiten, reaktive Radikale nachzuweisen, die für eine ganze Reihe von Erkrankungen verantwortlich sind", sagt die Forscherin. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »