Ärzte Zeitung online, 17.08.2011

Blasenkrebs oft bei Rauchern

CHICAGO/NEW YORK (dpa). Jeder zweite Blasenkrebs in den USA lässt sich auf Zigarettenkonsum zurückführen. Das gilt nicht nur für Männer, sondern einer jüngsten US-Untersuchung nach auch für Frauen.

Zigaretten Ursache für jeden zweiten Blasenkrebs - auch bei Frauen

Rauchen erhöht das Risiko bei Frauen an Blasenkrebs zu erkranken.

© dpa

Nach bisherige Studien gingen Forscher davon aus, dass 20- bis 30 Prozent der Blasenkrebsfälle bei Frauen auf das Rauchen zurückzuführen sind. Tatsächlich seien es 50 Prozent, berichtete das Nationale Krebsinstitut der USA (NCI).

Die neue Erkenntnis stützt sich auf Daten von 450.000 Teilnehmern einer US-Studie zu Ernährung und Gesundheit aus den Jahren 1995 bis 2006 (JAMA 2011; 306:737-745).

"Raucher haben im Vergleich zu Nichtrauchern das vierfache Risiko, an Blasenkrebs zu erkranken", stellt der Autor der Studie, Dr. Neal Freedman vom NCI klar. In früheren Studien war nur der Faktor drei ermittelt worden.

Weniger Teer und Nikotin, dafür mehr Krebserreger

Der Grund für die Zunahme könnte in den veränderten Bestandteilen von Zigaretten liegen, meint Freedman. Zwar seien heute weniger Teer und Nikotin in Zigaretten, dafür werde der bekannte Krebserreger Beta-Naphthylamin in erhöhter Konzentration verwendet.

Dieser Punkt könnte möglicherweise auch erklären, warum sich das Vorkommen von Blasenkrebs in den USA seit 30 Jahren kaum verändert hat, obwohl die Zahl der Raucher in dieser Zahl stark geschrumpft ist.

In den USA stellen Ärzte bei rund 70.000 Menschen pro Jahr Blasenkrebs fest, 15.000 sterben daran.

[17.08.2011, 08:14:22]
Dr. Ralf Schrader 
Ursache?
Ein Risiko ist ein struktureller Zusammenhang, der ursächlich sein kann, was man aber mit statistischen Methoden allein nie beweisen kann. Strukturelle Zusammenhänge sind meist nur der Struktur und sonst nichts geschuldet. Ursachen von Krankheiten kann man nur durch klinische Forschung finden.
Wieder ist der Titel des Artikels irreführend. Klinische Epidemiologie als Ganzes ist allerdings auch meist nur irreführend. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Therapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »