Ärzte Zeitung, 12.04.2005

Pemetrexed hat ein günstiges Toxizitätsprofil

BERLIN (gvg). Das Chemotherapeutikum Pemetrexed wirkt in der Second-Line-Chemotherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem, nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom ähnlich gut wie der Therapiestandard Docetaxel. Das hämatologische Toxizitätsprofil der neuen Substanz ist aber günstiger.

Das berichtete Professor Christian Manegold vom Universitätsklinikum Mannheim auf dem Kongreß der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie in Berlin. Pemetrexed (Alimta®) ist ein neuartiges Chemotherapeutikum, das an unterschiedlichen Positionen in die Nukleotidsynthese eingreift und - wie berichtet - zu einem Überlebensvorteil bei Patienten mit malignem Pleuramesotheliom geführt hat.

Der Substanz scheint aber auch in der Zweitlinien-Chemotherapie beim fortgeschrittenen Bronchialkarzinom eine Stellung zu gebühren. Auch für diese Indikation wurde Pemetrexed im November 2004 zugelassen.

In einer randomisierten, placebokontrollierten Phase-III-Studie wurden 283 Patienten mit Pemetrexed und 288 Patienten mit Docetaxel behandelt.

Bei der Wirksamkeit der Therapie gab es dabei keine statistisch signifikanten Unterschiede: Die mediane Überlebenszeit im Pemetrexed-Arm betrug 8,3 Monate, in der Docetaxel-Gruppe 7,9 Monate. In beiden Gruppen überlebte knapp ein Drittel der Patienten das erste Jahr nach Behandlungsbeginn.

Bei den Toxizitätsparametern schnitt Pemetrexed dagegen günstiger ab: "Vor allem Neutropenien und schwere Neutropenien waren im Pemetrexed-Arm seltener", so Manegold auf einer Veranstaltung des Unternehmens Lilly. Febrile Neutropenien, die eine Krankenhauseinweisung nötig machten, gab es in der Pemetrexed-Gruppe bei 1,5 Prozent der Patienten, dagegen bei 13,4 Prozent im Docetaxel-Arm.

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