Ärzte Zeitung, 29.03.2007

Zweittherapie mit einem Taxan ist Option bei Bronchial-Ca

Mit Docetaxel überleben Patienten drei Monate länger / Niedrig-dosierte wöchentliche Therapie ist ähnlich wirksam, aber besser verträglich

MANNHEIM (bd). "Die meisten Patienten im metastasierten Stadium eines Bronchialkarzinoms wollen eine Chemotherapie, und dies gilt es zu berücksichtigen." Das betonte Dr. Wolfgang Schütte aus Halle beim Pneumologen-Kongress in Mannheim. "Wir müssen mit den Patienten gemeinsam über die Therapie-Option entscheiden."

Der Kollege verwies auf eine prospektive Vergleichsstudie. Danach lebten Patienten mit einem nicht-kleinzelligen Bronchial-Ca, die zuvor bereits mit platinhaltigen Therapieschemata behandelt waren, mit Docetaxel (Taxotere®) als Monotherapie deutlich länger als mit der üblichen palliativen Behandlung (Best Supportive Care). So betrug die mittlere Überlebenszeit im Docetaxel-Arm 7,5 Monate, im Kontrollarm nur 4,6 Monate. Die Patienten lebten im Mittel also drei Monate länger, so Schütte. Das bedeute: "Die Secondline-Therapie hilft".

Allerdings: Es gebe Patienten, die nicht mehr ansprächen. "Wer nun genau profitiert, wissen wir noch nicht". Deshalb richte man sich vor allem nach dem Patientenwunsch, betonte der Onkologe bei einer Veranstaltung des Unternehmens Sanofi-Aventis.

Wichtig für die Patienten sei es, dass sich ihr Allgemeinzustand durch die Chemotherapie deutlich gebessert habe. So sei der Gewichtsverlust als wichtiges Zeichen für ein Fortschreiten der Krebskranheit seltener und deutlich geringer gewesen als in der Vergleichsgruppe. Auch sei der Schmerzmittelverbrauch unter Docetaxel viel niedriger gewesen.

Schütte berichtete von Studienergebnissen, die nahe legen, dass man die Taxan-Therapie mit einer wöchentlichen niedrig-dosierten Applikation bei gleicher Wirksamkeit noch verträglicher machen kann. Anstelle des Standardregimes von 75 mg/qm2 Docetaxel im Abstand von drei Wochen erhielten die Patienten in der Zweit-Therapie wöchentlich nur 35 mg/qm2. Unerwünschte Wirkungen wie Neutropenien und Anämien seien mit der wöchentlichen Applikation seltener aufgetreten als mit dem konventionellen Vorgehen.

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