Ärzte Zeitung, 18.12.2007

Fortschritt bei Lungenkarzinom

Docetaxel verlängert das Leben bei Patienten mit Bronchialkarzinom

HEIDELBERG (bd). Patienten mit fortgeschrittenem nichtkleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC), die sofort im Anschluss an eine platinhaltige Kombitherapie Docetaxel erhalten, leben länger ohne Fortschreiten der Erkrankung als mit der Standardtherapie. Dies werde nicht mit einem Verlust an Lebensqualität erkauft, sagte Professor Michael Thomas aus Heidelberg.

Die Standardtherapie sieht vor, nach der platinhaltigen Kombinationstherapie über vier bis sechs Zyklen zunächst abzuwarten, bis die Krankheit fortschreitet, ehe eine zweite Chemotherapie begonnen wird. In einer Phase-III-Studie wurden Patienten mit einem fortgeschrittenen NSCLC, also in den beiden letzten Stadien III B/IV, nach einer Kombitherapie aus Carboplatin und Gemcitabin über vier Zyklen in zwei Gruppen aufgeteilt (J Clin Oncol 25, 2007, 18S).

142 Patienten wurden sofort mit Docetaxel im Anschluss an die Standardtherapie behandelt. Sie erhielten 75 mg/m2 Docetaxel (in Deutschland als Taxotere® verfügbar) im Abstand von drei Wochen bis zum Fortschreiten der Erkrankung oder höchstens sechs Zyklen. 91 Patienten wurden erst bei fortschreitender Erkrankung behandelt. Nach der Erst-Therapie war die Krebserkrankung zunächst stabil.

Die Dosisintensität sei in beiden Armen etwa gleich gewesen, sagte Thomas bei einer Veranstaltung von Sanofi-Aventis in Heidelberg. Die Patienten unter Soforttherapie mit Docetaxel lebten nach der Studie signifikant länger progressionsfrei, nämlich 6,5 Monate, als Patienten bei verzögerter Anwendung (2,8 Monate). Durch die Soforttherapie lebten die Patienten noch fast zwölf Monate, Patienten bei verzögerter Applikation dagegen nur 9,1 Monate.

Der Vorteil ging nicht mit einer höheren Toxizität einher. Bei sofortiger Docetaxel-Applikation litten dreimal so viele Patienten unter Fatigue wie bei verzögerter Applikation.

Die Vorteile einer zeitlich intensivierten Chemotherapie mit rascher Docetaxel-Applikation nach der Standard-Chemotherapie sollte weiter überprüft werden, betonte Thomas.

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