Ärzte Zeitung online, 03.12.2008

Krebsexpertin: Deutschland gerät beim Rauchverbot ins Abseits

HEIDELBERG (dpa). Im Streit um das gelockerte Rauchverbot hat die Gesundheitsexpertin Dr. Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) die Politik kritisiert. "Deutschland ist auf dem besten Weg, sich in Sachen Nichtraucherschutz ins europäische Abseits zu manövrieren", warnte Pötschke-Langer am Mittwoch in Heidelberg.

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom Juli werde der Nichtraucherschutz in Deutschland immer weiter zurückgenommen. "Anstelle einer vollständig rauchfreien Gastronomie schaffen die Landesregierungen schwer überschaubare Ausnahmeregelungen", kritisierte Pötschke-Langer. Zuletzt hatte Bayern angekündigt, das strikte Rauchverbot zu lockern (wie berichtet).

"Nach wenigen Monaten Aufatmen wird nun wieder in Kneipen - und in Raucherräumen - geraucht", sagte die DKFZ-Gesundheitsexpertin. Es sei deutlich geworden, dass Deutschland dem spanischen Modell folge. Dort gibt es seit 2006 ein Rauchverbot in öffentlichen Räumen, an Arbeitsplätzen und in der Gastronomie mit Ausnahmeregelungen. In Frankreich dagegen herrsche mittlerweile ein vollständiges Rauchverbot in der Gastronomie. "Mit Erfolg", sagte Pötschke-Langer. "Die durch Tabakrauch bedingten Gesundheitsbeschwerden der Gastronomiemitarbeiter gehen dort zurück und 82 Prozent der Bevölkerung halten diese Regelung für gut bis sehr gut."

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Therapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »