Ärzte Zeitung, 15.12.2008

Radon erhöht das Risiko nicht nur für Lungenkrebs

SALZGITTER (eb). Arbeiter im Uranbergbau haben ein erhöhtes Risiko für Lungenkrebs. Das Krebsrisiko ist aber auch insgesamt leicht erhöht.

Das radioaktive Edelgas Radon erhöht nicht nur das Risiko für Lungenkrebs. Es kann auch das Risiko geringfügig erhöhen, an anderen Krebsarten zu sterben. Das teilt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) mit. Nachweisbar sei die Risikoerhöhung aber nur bei sehr hohen Gesamtradonbelastungen, wie es sie heute im Bergbau nicht mehr gibt.

Die jetzt veröffentlichten Ergebnisse der Wismut-Studie mit 59 000 Männern, die zwischen 1946 und 1989 bei dem ehemaligen Bergbaubetrieb in Thüringen und Sachsen beschäftigt waren, haben ergeben: Bis Ende 2003 wurden außer 3000 Lungenkrebstoten weitere 3340 Todesfälle an anderen Krebserkrankungen registriert (BJC, 99, 2008, 1946).

Für diese anderen Tumoren insgesamt stieg das Risiko proportional in Abhängigkeit von der Gesamtradonbelastung. Das Risiko für Lungenkrebs ist etwa 15-fach höher. Statistisch signifikant nachweisbar ist die Risikoerhöhung für bösartige Tumoren außerhalb der Lunge insgesamt erst bei Gesamtradonbelastungen, die etwa zehnmal so hoch sind, wie die derzeit zulässige berufliche Lebenszeitdosis. Abstract der Studie "Radon and risk of extrapulmonary cancers: results of the German uranium miners‘ cohort study, 1960-2003"

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Personal-Notstand auf deutschen Intensivstationen

Auf deutschen Intensivstationen fehlen mehr als 3000 Spezialpflegekräfte. Die Krankenhäuser wollen reagieren. Das Personal denkt über einen Großstreik nach. mehr »

HIV-Impfung generiert Immunantwort

Eine Impfung gegen HIV ist in frühen klinischen Studien. Erste Ergebnisse sind positiv. mehr »

Warum die Putzhilfe glücklich macht

Putzen, Wäsche waschen, Kochen: Viele Menschen empfinden all das als nervige Pflichten. Wer Geld hat, kann andere für sich arbeiten lassen - und fühlt sich dann zufriedener. Das haben Forscher herausgefunden. mehr »