Ärzte Zeitung online, 21.04.2009

Rauchverbot: Krebsverein zeigt Lokale in Wien an

WIEN (dpa). Die Wiener Selbsthilfegruppe "Krebspatienten für Krebspatienten" hat am Montag insgesamt 372 Lokale aus der Wiener Innenstadt wegen der Nichtbeachtung des geltenden Nichtraucherschutz-Gesetzes angezeigt. Sie wollte damit auf die nach Meinung von Experten zu lasche österreichische Gesetzgebung aufmerksam machen.

Die österreichische Ärztekammer sprach sich im Zusammenhang mit der Initiative für ein vollständiges Rauchverbot in der Alpenrepublik aus. In Österreich gilt seit Jahresanfang ein Rauchverbot in Lokalen, das nach Meinung der Kritiker jedoch durch zahlreiche Ausnahmen weitgehend wirkungslos geblieben ist.

Nach Ansicht des Vorsitzenden der Selbsthilfe-Organisation, Dieter Erlacher, verstießen bei den Kontrollen seiner Gruppe 81 Prozent der kontrollierten 459 Gaststätten gegen das neue Gesetz, das kleinen Lokalen die Wahl lässt, ob sie Raucher- oder Nichtraucherlokale sein wollen. Lokale, die aufgrund ihrer Größe eine räumliche Trennung von Rauchern und Nichtrauchern planen, erhalten lange Übergangsfristen.

Während die Anzeigenaktion der Krebserkrankten von der österreichischen Wirtschaftskammer als Aktion "selbst ernannter Raucher-Sheriffs," abgelehnt wurde, die eine ganze Branche kriminalisieren würde, forderten die Raucher-Gegner eine Verschärfung der Gesetze. Nach ihren Angaben sterben täglich statistisch im Durchschnitt fast drei Menschen an den Folgen des Passiv-Rauchens.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »