Ärzte Zeitung online, 26.02.2010
Patienten mit Lungenkrebs profitieren von einer
Erhaltungstherapie
BERLIN (ugr). Mit einer Erhaltungstherapie gibt es
bei Patienten mit einem nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinom einen
Trend zu einem besseren Überleben. Das geht aus den
Ergebnissen dreier Studien hervor, die Privatdozent Wolfgang
Schütte aus Halle bei einer Pressekonferenz auf dem
Krebskongress in Berlin präsentiert hat.
"Die Ergebnisse spiegeln sich noch nicht in den
neuen S3-Leitlinien wider. Doch in naher Zukunft dürfte sich
die Erhaltungstherapie durchsetzen", sagte Schütte. In einer
der drei Studien wurde Docetaxel nach Beendigung der Erstbehandlung mit
einer Chemotherapie sofort verabreicht. In der Vergleichsgruppe wurde
Docetaxel erst nach Feststellung einer Krankheitsprogression
appliziert. In dieser 2009 publizierten Studie wurde ein signifikanter
Vorteil im progressionsfreien Überleben festgestellt: 2,8
versus 6,5 Monate. Der Unterschied im Gesamtüberleben war mit
9,1 versus 11,9 Monaten jedoch nicht signifikant.
In einer weiteren Studie, in der mit Pemetrexed versus "best
supportiv care", also die übliche palliative Versorgung,
geprüft wurde, konnte ein deutlicher
Überlebensvorteil für Patienten mit
nichtkleinzelligem Bronchial-Ca belegt werden, das kein
Plattenepithelkarzinom war. "Das Gesamtüberleben konnte von
9,4 auf 14,4 Monate verbessert werden; das ist für die
Behandlung von Lungenkrebs ein ganz
außergewöhnliches Ergebnis", erläuterte
Schütte.
Schließlich wurde in der SATURNStudie nach einer
Chemotherapie den Patienten mit stabiler Erkankung oder Remission eine
Erhaltungstherapie mit Erlotinib oder Placebo angeboten. Hier zeigte
sich ein signifikaner Vorteil für den EGF-Rezeptor-Hemmer bei
den Parametern "progressionsfreies Überleben" und
"Gesamtüberleben". Schütte: "Wir geben die
Erhaltungstherapie alle drei Wochen bis zur Progression. Einige
Patienten mit einer Erlotinib-Therapie sind auch nach zwei bis drei
Jahren noch in der Remission."
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