Ärzte Zeitung online, 22.03.2010

Genetischer Ursache von Lungenkrebs bei Nichtrauchern auf der Spur

ROCHESTER (ple). Veränderungen im Gen GPC5 tragen offenbar zu einem erhöhten Risiko für Lungenkrebs bei Menschen bei, die nie geraucht haben - definiert als maximal 100 Zigaretten im Laufe des Lebens. Das lassen die Ergebnisse einer Studie mit DNA-Proben von mehr als 750 Nichtrauchern vermuten.

Bisher war - im Gegensatz zur Lungenkrebs bei Rauchern - unklar, warum Nichtraucher an einem Bronchialkarzinom erkranken können. Genetische Grundlagen dazu wurden bisher nicht erforscht. Professor Ping Yang vom Mayo Clinic College of Medicine in Rochester und seine Kollegen berichten nun, dass sie mehr als 330 000 als SNPs (single nucleotide polymorphism) bezeichnete Genabschnitte analysierten (Lancet Oncology online).

Die Wissenschaftler entdeckten, dass zwei dieser SNPs signifikant mit der Entstehung von Lungenkrebs assoziiert sind. Ihren Berechnungen zufolge sind zehn Prozent aller Lungentumoren auf eine der beiden genetischen Veränderungen zurückzuführen. Sie beeinflussen die Aktivität des Gens GPC5 auf dem Chromosom 13. Nach Angaben der Forscher drosseln sie offenbar dessen Aktivität, denn sie fanden heraus, dass in normalem Lungengewebe etwa doppelt so viel Eiweißmoleküle nach dem GPC5-Bauplan synthetisiert werden wie in Lungenkrebszellen vom Adenokarzinom-Typ, der häufigsten Lungenkrebsart. Deshalb vermuten Yang und seine Kollegen, dass ein Herunterregulieren der Aktivität des GPC5-Gens zur Entstehung von Lungenkrebs bei Nichtrauchern beiträgt.

Für Dr. Ramaswamy Govindan von der Washington University School of Medicine in St. Louis sind diese Ergebnisse allerdings noch nicht eindeutig. Es sei noch lange nicht klar, wie im Einzelnen eine verminderte GPC5-Aktivität zur Entstehung von Lungenkrebs bei Nichtrauchern beiträgt. Wichtig sei nun, Tumorgewebe von Lungenkrebspatienten zu analysieren, die in ihrem Leben nie geraucht hatten.

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