Ärzte Zeitung online, 28.08.2008

Historische Chance gegen Zervixkrebs

GENF (dpa). Im Kampf gegen eines der weltweit schlimmsten Krebsleiden sehen Experten eine historische Chance: Der Gebärmutterhalskrebs lasse sich dank neuer Impfstoffe und Untersuchungsmethoden erstmals substanziell eindämmen.

Die Krebsart ist in der Hälfte der Staaten der Erde das häufigste Karzinom bei Frauen. Am Gebärmutterhalskrebs sterben - vor allem in ärmeren Ländern - gegenwärtig jedes Jahr mehr als eine Viertelmillion Frauen weltweit, berichteten Ärzte am Donnerstag beim Welt-Krebskongress in Genf. Bislang sei die Impfung jedoch für die am schwersten betroffenen Länder zu teuer, beklagten die Kollegen.

Jedes Jahr erhalten etwa eine halbe Million Frauen weltweit die Diagnose Gebärmutterhalskrebs. Betroffen sind vor allem junge, arme Frauen, wie die Forscher in einer umfassenden Analyse im Fachjournal "Vaccine" schreiben. Etwa 80 Prozent der Erkrankungen gebe es in Entwicklungsländern. "Jüngste Schätzungen besagen, dass den Entwicklungsländern noch ein Anstieg der Zahlen um 75 Prozent bevorsteht, wenn sich der gegenwärtige Trend fortsetzt", warnte Professor Xavier Bosch vom Krebsinstitut in Barcelona. "Es muss aber nicht so kommen."

Die Kosten der Impfung bedeuteten gegenwärtig eine enorme Hürde. "Wir brauchen Bemühungen, den gegenwärtigen Preis der Impfstoffe an das anzupassen, was einzelne Länder sich leisten können", forderte Bosch. In Genf wurden Impfkosten von 25 US-Dollar pro Mädchen in der Karibik oder Asien genannt.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »