Ärzte Zeitung online, 06.01.2009

Gebärmutterhalskrebs - Broschüre hilft jungen Frauen bei Fragen zur Pflichtberatung

HANNOVER (grue). Seit August 2008 müssen sich Frauen im Alter von 20 bis 22 Jahren einmalig von einem Facharzt über die Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs beraten lassen. Ob dann ein PAP-Abstrich gemacht wird, entscheiden die Frauen selbst - dabei helfen kann eine Broschüre des Nationalen Netzwerkes Frauen und Gesundheit, die in Zusammenarbeit mit der Barmer und der Techniker Krankenkasse entstanden ist.

Der regelmäßige PAP-Abstrich vom Muttermund wird bereits seit vielen Jahren als Krebsvorsorge empfohlen. Zwar hat sich seit Einführung der Früherkennung im Jahre 1971 in Deutschland die Sterberate von Frauen mit Zervixkarzinom halbiert, aber ob für eine effektive Früherkennung jährliche zytologische Untersuchungen nötig sind, ist unklar: In Ländern, die seltener aber dafür qualitätsgesichert auf Zervixkrebs screenen, ist die Krebsrate nicht höher. Und es werden weniger Konisationen gemacht. Die Broschüre "Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs und HPV-Impfung" will unvoreingenommen über Nutzen und Probleme der Früherkennung informieren, betonte die Bremer Landesfrauenbeauftragte Ulrike Hauffe bei der Vorstellung der Lektüre in Hannover.

"Da etwa jede zweite Frau mindestens einmal im Leben mit einem verdächtigen PAP-Befund konfrontiert wird, gibt es zum Thema Krebsfrüherkennung viel Informationsbedarf", so Hauffe. Dies betreffe auch die HPV-Impfung. "Sie wird derzeit stark beworben, aber die sachliche Aufklärung bleibt auf der Strecke", so Hauffe. In der Broschüre werde deshalb erläutert, für wen die Impfung nach derzeitigem Kenntnisstand geeignet ist und in welchem Umfang sie voraussichtlich vor Gebärmutterhalskrebs schützt.

Die Broschüre und ein gesondertes Faltblatt zur HPV-Impfung wurden von der Hamburger Ärztin und Gesundheitswissenschaftlerin Professor Ingrid Mühlhauser wissenschaftlich begleitet. Das Nationale Netzwerk für Frauen und Gesundheit ist ein Zusammenschluss von 18 Verbänden auf Länder- und Bundesebene, die zum Thema Frauengesundheit informieren.

Bezug: info@gesundheit-nds.de oder im Internet unter www.nationales-netzwerk-frauengesundheit.de

Pflichtberatung für junge Frauen - sonst höhere Zuzahlung

Frauen, die nach dem 1. April 1987 geboren sind, müssen sich nach einem Beschluss des G-BA vom 21.08.2008 einmal von einem Gynäkologen über Möglichkeiten zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs beraten lassen. Das Gespräch muss schriftlich bestätigt werden; ob ein PAP-Abstrich entnommen wird, steht der Patientin frei. Frauen ohne Beratung müssen im Falle einer späteren Erkrankung an Gebärmutterhalskrebs einen höheren Zuzahlungsbetrag leisten.

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