Ärzte Zeitung online, 30.12.2010

Zervixkarzinom-Screening: HPV-Test ist sensitiver als Zytologie

KÖLN (ner). Mit der in Deutschland praktizierten Zervixkarzinom-Vorsorge wird pro Jahr etwa 24 000 Frauen eine Erkrankung erspart. Die Zytologie ist zwar eine valide Screeningmethode, der HPV-Test ist allerdings sensitiver.

Ohne Vorsorge betrage das Lebenszeitrisiko für Gebärmutterhalskrebs drei bis fünf Prozent, sagte Professor Karl Ulrich Petry aus Wolfsburg. In Deutschland liege dagegen die Häufigkeit zwischen 0,5 und 1,3 Prozent. Dies sei eine "offensichtliche Erfolgsgeschichte", so Petry.

Er zitierte beim GynUpdate 2010 in Köln mehrere Studien, wonach Frauen mit schweren Dysplasien, Carcinoma in situ und mit Karzinomen mit der auf HPV-Test basierten Früherkennung früher und mit größerer Effektivität identifiziert werden als mit der Zytologie.

Die Vorstellung, dass die im HPV-Screening gefundenen Läsionen nur klinisch unbedeutende zusätzliche Präkanzerosen seien, die spontan regredieren würden, seien widerlegt. Ebenso wenig hätten sich Befürchtungen bestätigt, dass kolposkopische Untersuchungen mit histologischer Abklärung fraglicher Befunde zunehmen würden.

Erstmals ist nun in einer in diesem Jahr publizierten Studie nachgewiesen worden, dass mit einem primären HPV-Screening invasive Zervixkarzinome besser verhindert werden können als per Zytologie. In der italienischen Studie waren 47.000 Frauen randomisiert einem primären Zytologie-Screening und 47.000 Frauen einem primären HPV-Screening zugewiesen worden.

In der ersten Screening-Runde im Jahre 2004 fanden sich etwa gleich viele Zervixkarzinome in beiden Gruppen (neun versus sieben Erkrankungen). In der zweiten Screening-Runde fünf Jahre später dagegen gab es in der Zytologie-Gruppe neun Karzinome, in der HPV-Screening-Gruppe kein einziges Karzinom - ein hoch signifikanter Unterschied.

Bestätigt wurde, dass mit dem HPV-Test in einer ersten Screening-Runde besser hochgradige Präkanzerosen am Gebärmutterhals erfasst und in den darauf folgenden Runden nur noch neu entstandene Läsionen entdeckt werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Welche Stoffe in Energy-Drinks wirken auf Herz und Kreislauf?

Energy-Drinks haben eine durchschlagende Wirkung: Es kommt zu signifikanten Verlängerungen des QTc-Intervalls, und der systolische Blutdruck ist erhöht. Möglicherweise ist dafür nicht nur das Koffein verantwortlich. mehr »

"GOÄ-Novelle bis Ende 2017 ist sportliches Ziel"

Wann kommt die neue GOÄ? Im Interview mit der "Ärzte Zeitung" verrät GOÄ-Verhandlungsführer Dr. Reinhard genaueres. mehr »

"Harte Hand" schadet dem Schulerfolg

Den Lebenswandel eines Kindes kann ein sehr strenges Elternhaus negativ beeinflussen, belegt eine Studie. mehr »