Ärzte Zeitung, 29.08.2005

Niedergelassene Ärzte und Kliniker gründen Hauttumor-Zentrum

Kooperation soll Kosten sparen und Lebensqualität der Patienten erhöhen

HANNOVER (cben). Fachärzte der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und der Hannoveraner Hautklinik Linden haben sich in Kooperation mit niedergelassenen Ärzten aus der Region zum Hauttumorzentrum Hannover (HTZH) zusammengeschlossen.

Das Netzwerk der Hannoveraner Dermatologen hält die komplette Behandlungskette von der Diagnose bis zur Nachsorge bereit. Foto: Klaro

Ziel des Zentrum ist es, durch die Vermeidung von Doppeluntersuchungen den Häusern Geld zu sparen und den Patienten keine überlangen Wege zuzumuten. Vor allem die kurzen Wege sollen dazu beitragen, die Lebensqualität der Patienten während des Krankheitsverlaufs nicht weiter zu verschlechtern.

"Wenn Haus- oder Hautärzte ihre Patienten an uns überweisen, können sie sicher sein, daß die Patienten schnell und auf dem neuesten Stand der Forschung versorgt werden", sagt Professor Alexander Kapp, Direktor der MHH-Abteilung Dermatologie und Chefarzt der Hautklinik Linden. Die Dermatologie der MHH ist im Lindener Krankenhaus untergebracht. Etwa 60 Prozent der stationären Patienten seien inzwischen Hautkrebspatienten, so Kapp.

Seit vier Jahren wurde die Kooperation der Klinik-Ärzte und der rund 45 niedergelassenen Haut- und Hausärzte aus der Region Hannover Schritt für Schritt aufgebaut - "jetzt stellen wir ein kompetentes Netzwerk", so Kapp.

Das Zentrum biete etwa zur Diagnose die Schildwächter-Lymphknotenbiopsie an und auch mikroskopisch kontrollierte Operationen, die noch während der OP erlauben, die komplette Entfernung des kranken Gewebes zu kontrollieren. Das Netzwerk halte die komplette Behandlungskette bereit, von der Diagnose bis zur Nachsorge.

"Im Prinzip könnten wir die gesamte Behandlung im Krankenhaus vornehmen", so Kapp, "aber für die Nachsorge haben wir keine Ermächtigung erhalten." Dort arbeite man verstärkt mit den niedergelassenen Ärzten zusammen. Außerdem planen die MHH-Ärzte regelmäßige interdisziplinäre Tumorkonferenzen, Fortbildungen für Niedergelassene und Broschüren zum Thema Hautkrebs.

"Nach unseren Erfahrungen nimmt die Mortalität der Patienten durch die Versorgung im Zentrum nicht ab", sagt Kapp im Rückblick auf die vergangenen vier Jahre, "aber die Qualität ihrer Lebenszeit nimmt zu".

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