Ärzte Zeitung online, 19.05.2008

Mehr Hautkrebs im Gesicht

MÜNSTER (dpa). Hautkrebserkrankungen haben nach Erkenntnis der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie deutlich zugenommen. In den 60er Jahren seien bundesweit jährlich sechs neue Melanom-Erkrankungen pro 100 000 Einwohnern gezählt worden. Jetzt seien es doppelt so viele.

Grund sei vor allem ausgedehntes Sonnenbaden ohne ausreichenden Schutz, sagte Professor Volker Schwipper aus Münster zum Abschluss der Jahrestagung der Gesellschaft. Besonders hohe Neuerkrankungsraten seien in der Generation der heute 50- bis 70-Jährigen zu verzeichnen. "Das sind die Leute, die in den 70er Jahren nach Italien zum Baden gefahren sind", so Schwipper. Vor allem der Nasenrücken und die Augenlider seien betroffen.

Die Sterberate bei Hautkrebs ist nach seinen Worten eher gering. Allerdings sei die Operation von Hauttumoren im Gesicht ein oft entstellender Eingriff. Mit ausgefeilten Operations-und Transplantationstechniken könne inzwischen aber viel erreicht werden.

Besonders komplizierte Hautverpflanzungen und Hautverschiebungen am Augenlid hätten große Erleichterungen für die Patienten gebracht. Schwipper beklagte, dass zu wenig auf handelsübliche Sonnencremes zurückgegriffen werde, denn diese böten in der Regel ausreichend Schutz vor der krebserregenden UV-Strahlung.

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