Ärzte Zeitung online, 26.07.2011

500.000 Euro für Forschung zum Melanom

MANNHEIM (eb). Wie entsteht ein malignes Melanom? Diese Frage beschäftigt den Dermatologen Privatdozent Dr. Jochen Utikal von der Universitätsmedizin Mannheim. Seine Forschungsarbeiten werden jetzt von der Deutschen Krebshilfe unterstützt.

Die gemeinnützige Organisation fördert sein Forschungsprojekt in den kommenden vier Jahren im Rahmen des Max-Eder-Nachwuchsgruppenprogramms mit rund 500.000 Euro, teilt die Universitätsmedizin Mannheim (UMM) mit.

Utikal sei ist es bereits gelungen, gesunde pigmentierte Zellen der Haut (Melanozyten) in potenzielle Tumorzellen umzuwandeln und damit den Mechanismus der Krebsentstehung künstlich in Gang zu setzen. Ein Mix bestimmter Gene wie Oct4, Sox2, Klf4 und c-Myc, in die Zellen eingebracht und kontrolliert angeschaltet, transformiert die gutartigen Zellen zu sogenannten induzierten pluripotenten Stammzellen (iPS).

Gene wie p53 oder p16 / p19 spielen dabei, wie auch bei der Tumorentstehung, eine wesentliche Rolle. iPS-Zellen haben alle Eigenschaften von embryonalen Stammzellen, darunter die Fähigkeit zur Selbsterneuerung und zur Bildung von Tumoren.

Was dabei exakt in der Zelle abläuft, ist bisher weitgehend unbekannt, aber im Visier der Arbeitsgruppe zur Melanom-"Stammzell"-Forschung von Utikal. Mit verschiedenen molekular- und zellbiologischer Untersuchungen wollen die Forscher den genauen Mechanismus entschlüsseln.

"Wir betreiben Grundlagenforschung. Im Blick haben wir dabei aber den Patienten und die Frage, wie sich unsere Ergebnisse in diagnostische und therapeutische Anwendungen übertragen lassen. Denn jeder Einblick, den unsere Forschung in die Entstehung der Tumoren erlaubt, kann der Schlüssel zu neuartigen Therapiemöglichkeiten sein", wird Utikal zitiert.

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