Ärzte Zeitung, 29.01.2013

Melanom

Genmutation auch bei nicht-erblichem Krebs

Eine Genveränderung macht das Melanom unsterblich. Forscher hoffen nun auf einen neuen Therapieansatz.

HEIDELBERG. Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und vom Universitätsklinikum Essen entdeckten eine bislang unbekannte genetische Ursache für den bösartigen schwarzen Hautkrebs: Eine Genmutation führt zu übermäßiger Aktivität des Unsterblichkeitsenzyms Telomerase.

Die bei familiärem Krebs entdeckte mutierte Genregion ist auch bei bis zu 74 Prozent der nicht-erblichen Melanome verändert - hier aber als Folge von Sonnenstrahlung (Science 2013, online am 24. Januar).

Wirkstoffe, die die Telomerase hemmen, könnten ein neuer therapeutischer Ansatz gegen den aggressiven Hautkrebs sein, so das DKFZ.

"Wir glauben nicht, dass das Telomerase-Gen in Melanomen rein zufällig verändert ist, sondern dass es sich dabei um eine so genannte Treiber-Mutation handelt, die die Krebsentstehung ankurbelt", wird Professor Rajiv Kumar in der Mitteilung des DKFZ zitiert.

Dafür spricht auch die überraschende Häufigkeit der Veränderung: Das Telomerase-Gen ist das am häufigsten mutierte Gen beim Melanom. Metastasierte Tumoren tragen die Veränderung sogar in 74 Prozent aller Fälle. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Frauen morden anders als Männer

Intimizid nennt man die Tötung eines Geliebten oder Partners. Frauen gehen dabei anders vor als Männer, so die Analyse eines forensischen Psychiaters. mehr »

Ein bisschen Verrohung

Student Philipp Humbsch sagt in seinem "Ärzte Zeitung"-Blog: Ein bisschen Verrohung durch den Präpkurs schadet nicht. Denn nur so können Studenten das Mysterium Mensch entschlüsseln - und werden gute Ärzte. mehr »

Weltweit erste S3-Leitlinie vorgestellt

Die weltweit erste S3-Leitlinie zur Behandlung Methamphetamin-bezogener Störungen soll allen, die mit Süchtigen arbeiten, mehr Handlungssicherheit geben. Ärzten gibt sie konkrete Hinweise, worauf sie achten können. mehr »