Donnerstag, 3. September 2015
Ärzte Zeitung, 29.01.2013

Melanom

Genmutation auch bei nicht-erblichem Krebs

Eine Genveränderung macht das Melanom unsterblich. Forscher hoffen nun auf einen neuen Therapieansatz.

HEIDELBERG. Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und vom Universitätsklinikum Essen entdeckten eine bislang unbekannte genetische Ursache für den bösartigen schwarzen Hautkrebs: Eine Genmutation führt zu übermäßiger Aktivität des Unsterblichkeitsenzyms Telomerase.

Die bei familiärem Krebs entdeckte mutierte Genregion ist auch bei bis zu 74 Prozent der nicht-erblichen Melanome verändert - hier aber als Folge von Sonnenstrahlung (Science 2013, online am 24. Januar).

Wirkstoffe, die die Telomerase hemmen, könnten ein neuer therapeutischer Ansatz gegen den aggressiven Hautkrebs sein, so das DKFZ.

"Wir glauben nicht, dass das Telomerase-Gen in Melanomen rein zufällig verändert ist, sondern dass es sich dabei um eine so genannte Treiber-Mutation handelt, die die Krebsentstehung ankurbelt", wird Professor Rajiv Kumar in der Mitteilung des DKFZ zitiert.

Dafür spricht auch die überraschende Häufigkeit der Veränderung: Das Telomerase-Gen ist das am häufigsten mutierte Gen beim Melanom. Metastasierte Tumoren tragen die Veränderung sogar in 74 Prozent aller Fälle. (eb)

|

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Alkohol und Krebs: Schon ein Glas Wein erhöht das Brustkrebsrisiko

Die Folgen von mäßigem Alkoholkonsum werden einer Studie zufolge offenbar unterschätzt: Schon ein Drink am Tag steigert das Brustkrebsrisiko erheblich. mehr »

UPD-Bericht: Ärzte und Kassen verletzen Patientenrechte

Verweigerte Behandlungen, verweigerte Einsicht in Akten: Bei der Einhaltung der Patientenrechte hapert es. Der Jahresbericht der Unabhängigen Patientenberatung nimmt Ärzte und Kostenträger ins Visier. mehr »

Tetanus und Co.: Lieferengpässe bei wichtigen Impfstoffen

Wegen weltweit gestiegener Nachfrage gibt es Lieferengpässe bei Impfstoffen. Betroffen sind Vakzine unter anderem gegen Tetanus, Diphterie, Pertussis und Polio. mehr »