Ärzte Zeitung online, 31.01.2013

Basaliom

Notfalls gleich nachschneiden

Stellt sich nach einer Exzision eines Basalioms heraus, dass die Schnittränder nicht tumorfrei sind, sollte man nicht lange fackeln. Denn durch unmittelbares Nachschneiden lassen sich Rückfälle vermeiden.

Notfalls gleich nachschneiden

Bei der Exzision auf die Ränder achten: Basaliom.

© Klaro

LONDON. Beim Basalzellkarzinom (BCC) wird die Diagnose in der Regel klinisch gestellt. Die Therapie besteht in der operativen Entfernung unter histologischer Absicherung der Schnittränder.

Oft stellt sich dabei heraus, dass nicht alle Tumoranteile "erwischt" wurden. Beim Basaliom ist es wie mit dem berühmten "Eisberg": Oft liegt nur ein Teil sichtbar an der Oberfläche, unter der Haut haben sich die Ausläufer jedoch zuweilen schon sehr viel weiter ausgebreitet.

Man sollte sich hier nicht für ein abwartendes und beobachtendes Vorgehen entscheiden, sondern gleich erneut resezieren, fordern Vanessa M. Palmer und Kollegen vom Londoner St. Thomas Hospital (Dermatol Surg 2013; online 7. Januar).

Das gelte auch und gerade dann, wenn kosmetische Bedenken bestehen, der Tumor also an einer aus ästhetischer Sicht "heiklen" Stelle sitzt, wie etwa an der Nase oder am Ohr. Gerade hier sei es wichtig, Rezidive zu vermeiden, die dann einen noch wesentlich großflächigeren Eingriff erfordern würden.

Die Häufigkeit einer signifikanten subklinischen Ausbreitung des Primärtumors wird beim BCC mit 14 Prozent angegeben, in jedem dritten Fall wird bei Reexzision ein Rezidiv festgestellt. Studien haben gezeigt, dass dieses in vielen Fällen aggressiver ist als der Primärtumor.

MMS forcieren

Die Forscher hatten 100 BCC-Patienten mit unvollständig reseziertem Primärtumor nach der Mohs-Technik (MMS = Mohs Micrographic Surgery) operiert. Dabei wird gegebenenfalls immer wieder nachreseziert.

Die entnommenen Gewebeproben werden mithilfe einer speziellen Färbetechnik (HE-Färbung) auf mikroskopisch kleine Tumorreste untersucht. Dieser Vorgang wird so oft wiederholt, bis alle Schnittränder tumorfrei sind.

In 70 Prozent der Fälle fanden sich in der Studie Tumorreste in den Randschnitten. In 27,5 Prozent der Fälle war der Tumor auf der Nase lokalisiert, die Wangen waren in 24,6 Prozent betroffen, Stirn oder Schläfe in 17,4 Prozent, Lippe oder Kinn in 8,7 Prozent, die Ohren in 7,2 Prozent.

Knapp die Hälfte der BCCs war histologisch als infiltrativ klassifiziert worden, jeder dritte Tumor als nodulär und 17 Prozent als mikronodulär.

Die MMS-Technik gilt bislang als Therapie der Wahl bei BCC-Rezidiven, aggressiven Tumorformen sowie bei Läsionen, die entweder relativ groß sind (größer als ein Zentimeter) oder sich an exponierten Stellen befinden.

Palmer und Kollegen fordern nun, die MMS in allen Fällen einer unvollständigen Exzision einzusetzen. Insbesondere bei geplanter Lappenplastik müsse man sich über die Tumorfreiheit hundertprozentig sicher sein.

Für Patienten, die die MMS-Technik ablehnen, kommen verschiedene andere Optionen infrage, unter anderem Bestrahlung oder fotodynamische Therapie. Die Patienten müssen dann über mindestens zehn Jahre nachbeobachtet werden. (EO)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »