Ärzte Zeitung, 02.11.2015

Kommentar

Hautkrebsscreening "light"?

Von Robert Bublak

Das Hautkrebsscreening steht neuerdings im Zwielicht. Kritiker bemängeln, es habe die Hautkrebsmortalität bisher nicht gesenkt. Vor allem aggressive Melanome würden durch die Screeningmaschen schlüpfen.

Belgische Forscher haben nun einen neuen Ansatz ausprobiert. Statt zur Ganzkörperuntersuchung luden sie zum Screening auf suspekte Hautmale. Verdachtsanzeichen bekamen die Eingeladenen schriftlich mitgeteilt.

Sofern die Kandidaten zur Untersuchung erschienen, erwies sich das Screening in der Light-Version durchaus als effektiv, die Ernterate war ähnlich hoch wie in der Vergleichsgruppe mit verdachtsunabhängiger Inspektion von Kopf bis Fuß.

Bei der Gesamtzahl entdeckter Malignome blieb das läsionsorientierte Screening aber deutlich hinter dem konventionellen Vorgehen zurück. Die Teilnehmerrate war offenbar zu gering - sie erreichte rund drei im Vergleich zu knapp 18 Prozent beim Ganzkörperscreening.

Um die niedrige Quote zu erhöhen, müssten potenzielle Teilnehmer intensiver über ABCD-Regel, hässliche Entlein und andere Merkmale suspekter Nävi aufgeklärt werden. Ob die dafür nötige Zeit nicht besser in Ganzkörperuntersuchungen investiert wird? In der Studie dauerten die im Schnitt nur knapp vier Minuten.

Lesen Sie dazu auch:
Hautkrebs: Nur mit verdächtigen Muttermalen zum Screening?

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