Ärzte Zeitung online, 24.02.2009

Unfruchtbarkeit bei Männern mit erhöhtem Hodenkrebsrisiko assoziiert

SAN FRANCISCO (wsa). Unfruchtbare Männer haben ein erhöhtes Risiko, an Hodenkrebs zu erkranken. Das bestätigt eine US-Studie mit kinderlosen Männern, bei denen eine verringerte Spermienqualität festgestellt wurde.

Möglicherweise verursacht ein nicht ausreichend effizienter DNA-Reparaturmechanismus sowohl die erhöhte Krebsanfälligkeit als auch Fehler bei der Produktion der Spermien. Auch Umweltfaktoren, die beide Prozesse beeinflussen, könnten von Bedeutung sein (Arch Int Med 169 / 4, 2009, 351)

Dass die Unfruchtbarkeit selbst oder die Therapie die Ursache des erhöhten Krebsrisikos ist, sei eher unwahrscheinlich, erklären Dr. Thomas Walsh und seine Kollegen von der University of California in San Francisco. Sie vermuten vielmehr, dass ein gemeinsamer Faktor wie die fehlerhafte Funktion eines DNA-Reparaturenzyms sowohl die Spermienqualität, als auch die Krebsbildung beeinflusst.

Die Forscher hatten Daten von 22 562 Männern ausgewertet, die wegen Kinderlosigkeit eine Klinik aufsuchten. Bei 4549 Männern war die Samenqualität beeinträchtigt. 34 erkrankten später an Hodenkrebs. Für Männer mit schlechter Spermienqualität war das Krebsrisiko 2,8-fach erhöht, bei den anderen 1,3-fach.

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