Ärzte Zeitung, 04.06.2004

Antikörper verlängert Leben bei Darmkrebs

LOS ANGELES (ddp). Das Leben von Darmkrebspatienten kann verlängert werden, wenn zusätzlich zur Chemotherapie die Blutversorgung der Tumoren unterbunden wird. Das haben jetzt US-amerikanische Ärzte erstmals in einer klinischen Studie nachgewiesen.

Ähnliche Ansätze waren bereits bei Tieren in der Bekämpfung von Krebs erfolgreich. Die Ergebnisse ihrer Studie mit mehr als 800 Patienten haben Dr. Fairooz Kabbinavar vom Jonsson-Krebszentrum in Los Angeles und seine Kollegen jetzt veröffentlicht (NEJM 350, 2004, 2335).

Die Onkologen haben die Wirkung des Angiogenese-Hemmers Bevacizumab bei noch unbehandelten Patienten mit metastasiertem Kolorektal-Karzinom geprüft. Etwa die Hälfte der Teilnehmer erhielt zusätzlich zur Chemotherapie den Antikörper Bevacizumab (Avastin®), die anderen erhielten Placebo.

Der Antikörper verzögerte das Fortschreiten der Krankheit signifikant: Die Zeitspanne, nach der die Hälfte der Patienten noch lebte, verlängerte sich um etwa fünf Monate. Das sei seit Jahrzehnten das erste Mal, daß die Überlebenszeit von Patienten mit fortgeschrittenem Darmkrebs verlängert werden konnte, so die Onkologen. Auch die Zeit, in der der Krebs nicht weiter fortschritt, verlängerte sich von etwa 6 Monaten auf mehr als 10 Monate.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »