Ärzte Zeitung, 09.06.2004

Statin-Therapie als Prävention von Darmkrebs?

NEW ORLEANS (ner). Statine mindern möglicherweise das Darmkrebs-Risiko. Diese seit einiger Zeit diskutierte These ist jetzt durch eine Fall-Kontroll-Studie bestätigt worden.

Nach Angaben von Dr. Stephen G. Gruber aus Ann Arbor im US-Staat Michigan halbiert sich die Wahrscheinlichkeit, an Darmkrebs zu erkranken, wenn mindestens fünf Jahre lang Statine eingenommen werden. Dies hätten die Daten von 1850 israelischen Darmkrebs-Kranken und 1960 gesunden Kontrollpersonen ergeben, so Gruber beim Kongreß der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in New Orleans, Louisiana.

Knapp sechs Prozent der Darmkrebs-Kranken hatten Statine genommen und elf Prozent der Kontrollpersonen. Nach statistischer Berücksichtigung weiterer Risikofaktoren für Darmkrebs ergab sich eine relative Risikoreduktion von 46 Prozent.

Fibrate hatten keine Darmkrebs-präventiven Effekte. Wirkunterschiede zwischen verschiedenen Statinen gab es nicht. Daher geht Gruber von einem Klasseneffekt aus. In-vitro-Studien und Tierversuche hätten ergeben, daß Statine bestimmte karzinogene Proteine auf den Zellmembranen hemmen, so Gruber.

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