Forschung und Praxis, 30.07.2004

Stop-and-go-Strategie mit Oxaliplatin bewährt sich bei metastasiertem Kolon-Ca

Für die Behandlung von Patienten mit metastasiertem kolorektalen Karzinom ist heute eine Erstlinien-Chemotherapie aus der Kombination Oxaliplatin (85 mg / m2), FS plus 5-FU (FOLFOX4) Goldstandard. Gründe für einen Abbruch dieser Therapie sind im wesentlichen Neutropenien und Neuropathien.

In der OPTIMOX-Studie, einer Phase-III-Studie, ist nun belegt worden, daß die Patienten eine Oxaliplatin-Therapie (FOLFOX7-Schema mit hoher Oxaliplatindosis von 130 mg / m2) besser vertragen, wenn diese nach sechs Zyklen unterbrochen und mit einer Kombination aus 5-Fluorouracil (5-FU) plus Folinsäure (FS) als Erhaltungstherapie weitergeführt wird. Nach zwölf Zyklen mit der Zweierkombination kann eine Oxaliplatin-basierte Chemotherapie wiederaufgenommen werden.

Das Fazit der beim ASCO vorgestellten OPTIMOX-Studie mit der dosisintensivierten Therapie: "Wir können Oxaliplatin eine Zeit lang aussetzen, um die unerwünschten Wirkungen zu reduzieren, und müssen trotzdem keinen Wirkverlust in Kauf nehmen", faßte Professor Peter Reichardt von der Charité Berlin die Ergebnisse bei einer Veranstaltung von Sanofi-Synthelabo zusammen. Denn nach der Erhaltungstherapie mit 5-FU / FS sprechen die Patienten in erwartungsgemäßem Umfang wieder auf die Therapie nach dem FOLFOX7-Schema an.

An OPTIMOX haben 526 Patienten mit fortgeschrittenem kolorektalen Karzinom teilgenommen, von denen 262 nach dem FOLFOX4- und 262 nach dem FOLFOX7-Schema behandelt wurden. Die Ansprechraten lagen in den Vergleichsgruppen bei 58 Prozent, das progressionsfreie Überleben betrug ebenfalls in beiden Gruppen neun Monate, das Gesamtüberleben etwa 20 Monate in der Gruppe mit der Standard-Behandlung (FOLFOX4) und fast 22 Monate in der Gruppe der Patienten, die FOLFOX7 gefolgt von einer Erhaltungstherapie bekommen hatten. Bei 42 Prozent der Patienten in diesem Studienarm konnte die Behandlung mit dem FOLFOX7-Regime nach der Erhaltungstherapie wiederaufgenommen werden.

Die Häufigkeit von Neutro- und Thrombozytopenien vom Grad 3 / 4 war jedoch nach Angaben von Reichardt im Studienarm mit der dosisintensivierten Oxaliplatintherapie nach dem Prinzip Stop-and-go statistisch signifikant geringer, ebenfalls die Neuropathie. "Wir können also mit Oxaliplatin pausieren, erhöhen dadurch die Verträglichkeit und haben bei der Stop-and-go-Strategie eine mindestens ähnliche Wirkung wie mit dem Goldstandard FOLFOX4", sagte Reichardt. (nsi)

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