Ärzte Zeitung, 26.08.2004

Vorsorge-Koloskopie kommt bei Patienten gut an

Über ein Viertel der Untersuchten hat Präkanzerosen / Kurznarkose sorgt für hohe Akzeptanz der Koloskopie

HERNE (gwa). Ob die Rate an kolorektalen Karzinomen und die Sterblichkeit daran mit Hilfe von Vorsorgekoloskopien deutlich reduziert werden kann, hängt entscheidend von Hausärzten, Gynäkologen und Urologen ab. Sie sind es, die Patienten zur Vorsorge motivieren können.

Koloskopie in einer gastroenterologischen Praxis. Dank einer etwa zehnminütigen Kurznarkose hat die Methode ihren Schrecken verloren. Foto: Klaro

Eine aktuelle Praxisstudie liefert Ärzten gute Argumente: Fast jeder dritte Untersuchte hatte Krebsvorstufen, etwa Polypen, die gleich entfernt wurden. Und: Fast alle der Untersuchten würden die Koloskopie wieder machen lassen.

Seit Oktober 2002 kann jeder Versicherte ab dem 55. Geburtstag eine Vorsorgekoloskopie bekommen, bei der gleich Polypen entfernt werden. Das verhütet Karzinome, wie etwa aus der US-amerikanischen National Polyp Study bekannt: Mit Polypektomien konnte die Inzidenz kolorektaler Karzinome in der Studienzeit von sechs Jahren um bis zu 90 Prozent reduziert werden im Vergleich zu Menschen ohne Koloskopie oder mit Polypen, aber ohne Polypektomie.

In einer prospektiven Studie haben der niedergelassene Gastroenterologe Dr. Dietrich Hüppe aus Herne und seine Kollegen Daten von 1117 Vorsorgekoloskopien aus drei Quartalen analysiert. Es wurden elf Malignome entdeckt (Z Gastroenterol 42, 2004, 591). 138 Patienten (zwölf Prozent) hatten Polypen, die gleich entfernt wurden. Weitere 16 Prozent hatten per Biopsie gesicherte adenomatöse Polypensprossen. Folglich wurden bei 28 Prozent der Untersuchten Präkanzerosen entdeckt.

Die Akzeptanz für die Vorsorgekoloskopie war hoch: 99 Prozent von in einer Stichprobe befragten 320 Patienten würden die Koloskopie nochmal machen lassen oder sie anderen weiterempfehlen. Ein wichtiger Grund für diese gute Akzeptanz: Jedem Patienten wurde eine Kurznarkose angeboten. Noch etwas fiel auf: Von insgesamt 141 überweisenden Ärzten, überwiegend Hausärzte und Gynäkologen, waren zehn besonders aktiv: Sie überwiesen mehr als 50 Prozent aller Patienten.

Das Fazit der Gastroenterologen: Die Vorsorgekoloskopie wird langfristig nur erfolgreich sein, wenn Hausärzte, Gynäkologen und Urologen von der Effektivität und Akzeptanz überzeugt sind und ihre Patienten zu dieser Untersuchung motivieren.

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