Ärzte Zeitung, 25.02.2005

Im März wird intensiv für Früherkennung von Darmkrebs geworben

Felix Burda Stiftung: Darmkrebsmonat ist gut bekannt

MÜNCHEN (sto). Die Initiative der Felix Burda Stiftung zur Förderung der Darmkrebsfrüherkennung, die vor knapp vier Jahren gestartet wurde, hat viel erreicht. "Heute scheut sich niemand mehr, das Thema Darmkrebs beim Arzt oder in der Familie anzusprechen", sagte Dr. Christa Maar, Präsidentin der Felix Burda Stiftung, in München.

Daß der März zum Darmkrebsmonat erklärt wurde, in dem besonders intensiv für Früherkennungsuntersuchungen geworben wird, wisse inzwischen jeder zweite Bundesbürger, berichtete Maar über die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage.

Themenschwerpunkt der Stiftung werde in diesem Jahr die Primärprävention durch regelmäßige Bewegung und Ernährung sein, kündigte sie an. Es sei inzwischen nachgewiesen, daß regelmäßige Bewegung das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, erheblich senken könne.

Der Darmkrebsmonat März werde auch in diesem Jahr wieder durch öffentlichkeitswirksame Aufklärungskampagnen begleitet, sagte Maar. Mehr als 190 Persönlichkeiten aus Film, Fernsehen, Musik, Sport, Politik, Wissenschaft und Kunst unterstützten die Initiative. Auch viele niedergelassene Gastroenterologen beteiligen sich.

Angesichts von jährlich 66 000 Neuerkrankungen und 29 000 Todesfällen an Darmkrebs seien regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen unerläßlich. Darüber hinaus müsse aber auch auf die Identifikation erblicher Risikofaktoren stärker geachtet werden. Denn bei etwa einem Drittel der Patienten mit Darmkrebserkrankungen bestehe eine familiäre Vorbelastung. Die Familien-Anamnese müsse bei der ärztlichen Beratung eine wichtige Bedeutung haben, forderte Maar.

In einem Projekt der Techniker Krankenkasse sollen deshalb ab März Versicherten, die familiär belastet sind, bereits in jüngeren Jahren an Darmkrebs zu erkranken, entsprechende Früherkennungsuntersuchungen und eine humangenetische Beratung angeboten werden, berichtete Dr. Jens Finnern von der Techniker Krankenkenkasse in Hamburg. Eine Vorsorgekoloskopie wird erst ab dem 55. Lebensjahr von den Krankenkassen bezahlt. Das sei für die Betroffenen zu spät, hieß es.

Informationen zum Darmkrebsmonat: www.darmkrebsmonat.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »