Ärzte Zeitung, 11.09.2007

Aufklärung erhöht Vorsorge-Rate

Zu wenig Verwandte von Darmkrebs-Patienten gehen bislang zur Koloskopie

HANNOVER (eb). Nur jeder Fünfte mit erhöhtem Darmkrebsrisiko geht zur Koloskopie. Diese Rate kann offenbar erhöht werden, wenn Verwandte ersten Grades von Darmkrebs-Patienten über ihr Risiko aufgeklärt werden.

Professor Tim Greten von der Medizinischen Hochschule Hannover hat jetzt die Ergebnisse einer Studie vorgelegt, in der die Teilnahme an der Darmkrebs-Vorsorge bei Risikopatienten untersucht wurde. Das waren Verwandte ersten Grades von Darmkrebs-Patienten, bei denen der Tumor vor dem 60. Lebensjahr diagnostiziert worden war. Von denjenigen Geschwistern, die das Risiko kannten, gingen immerhin 27 Prozent zur Koloskopie. Bei den nicht Aufgeklärten waren es nur 20 Prozent (Annals of Oncology 18, 2007, 1518).

Derzeit wird Verwandten ersten Grades von Darmkrebs-Patienten eine Koloskopie empfohlen, wenn sie ein Alter erreicht haben, das zehn Jahre vor dem Erkrankungsalter des Betroffenen liegt.

Für die Studie verschickten die Kollegen Fragebögen an 602 Patienten, die an Darmkrebs erkrankt und jünger als 60 Jahre waren. 442 (73 Prozent) beantworteten die Fragen, sie waren im Mittel 51 Jahre alt. Gefragt wurde etwa, wie viele Eltern und Geschwister eine Vorsorge wahrgenommen hatten.

Greten wurde für die Studie mit dem Felix Burda Award 2007 und dem Präventionspreis Innere Medizin der Deutschen Stiftung für Innere Medizin ausgezeichnet.

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