Ärzte Zeitung online, 08.08.2008

Forscher aus Jena entwickeln Biochip zur Darmkrebs-Diagnose

JENA (eb). Wissenschaftler des Jenaer Universitätsklinikums wollen einen einfachen Bluttest für Darmkrebs entwickeln. In einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekt soll ein Biochip entstehen, der Kolonkarzinome frühzeitig sicher erkennen kann.

"Wir wollen einen Biochip entwickeln, der Blut auf Tumormarker testet, die charakteristisch sind für Darmkrebs", beschreibt Privatdozent Dr. Ferdinand von Eggeling vom Institut für Humangenetik der Uni Jena das Ziel des Projektes. Der Molekularbiologe leitet die zentrale Forschungseinrichtung, die seit 2001 besteht und spezialisiert ist auf die Identifizierung von proteomischen und genomischen Biomarkern. Das sind Eiweiße, die in krankhaft verändertem Gewebe verstärkt oder auch vermindert gebildet werden und deshalb zur Diagnose dieser Erkrankungen genutzt werden könnten. Vier der Marker für Darmkrebs, die jetzt auf dem Chip getestet werden sollen, sind von der Jenaer Arbeitsgruppe beschrieben worden. Die Molekulargenetiker werden die Marker auf ihre Spezifität für Darmkrebs prüfen und danach bewerten. Projektpartner sind Forscher der Universität Lübeck, des Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg und das Unternehmen Randox Laboratories.

Der in den Randox Laboratories entwickelte Biochip kann insgesamt zwölf verschiedene Marker auf einmal nachweisen. Durch diese Kombination soll die Blutuntersuchung besonders empfindlich und aussagekräftig werden und Tumoren früh erkennen. Bislang werden bei 70 Prozent der Patienten die Darmtumoren erst im fortgeschrittenen Stadium festgestellt.

Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg stellen Patientenproben zur Verfügung und werten die im Projekt gewonnenen Daten aus. Am Universitätsklinikum Lübeck wird der Biochip klinisch getestet.

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