Ärzte Zeitung online, 10.02.2010

Sport verdoppelt Überlebenschancen bei Darmkrebs

BOSTON (mut). Nur vier Stunden pro Woche Radeln oder Schwimmen - damit können Darmkrebspatienten ihre Überlebenschancen verdoppeln.

Sport verdoppelt Überlebenschancen bei Darmkrebs

Moderater Sport verbessert die Überlebenschancen von Darmkrebspatienten. © Arpad / fotolia.com

Dass viel körperlicher Aktivität das Krebsrisiko senkt, haben inzwischen viele Studien klar gezeigt. Doch offenbar kann moderater Sport auch die Überlebenschancen von Patienten verbessern, die bereits an Krebs erkrankt sind. In Studien bei Frauen mit Brustkrebs starben Patientinnen, die nach der Diagnose viel Sport trieben, nur etwa halb so häufig an der Krankheit wie Frauen ohne körperliche Aktivität (wir berichteten). Ähnliches scheint auch für Männer mit Darmkrebs zu gelten, berichten jetzt US-Forscher aus Boston (Arch Intern Med 169, 2009, 2102).

Die Wissenschaftler hatten den Verlauf der Erkrankung bei knapp 670 Männer ohne Metastasen aus der Health Professionals Follow-up Studie über eine Zeit von im Median 8,6 Jahren analysiert. Zudem bestimmten sie mithilfe von Fragebögen, wie viel Sport die Männer nach der Krebsdiagnose trieben. Daraus berechneten sie das metabolische Äquivalent (MET). Ein MET entspricht dem Ruheumsatz, das ist ein Energieverbrauch von einer Kilokalorie je Kilogramm Körpergewicht pro Stunde.

Das Ergebnis: Von den Männern ohne jegliche körperliche Aktivität (weniger als 3 MET-Stunden pro Woche) starben etwa 17 Prozent an Darmkrebs, von den Männern mit mehr als 27 MET-Stunden pro Woche waren es dagegen nur 9 Prozent. 27 MET-Stunden entsprechen etwa vier bis fünf Stunden gemütlich Radeln oder Schwimmen. Wurden Faktoren wie Tumorstadium, Alter und Krankheitsdauer berücksichtig, so war bei den sportlich Aktiven die tumorbedingte Sterberate um 53 Prozent reduziert, und die Gesamtsterberate war um 41 Prozent niedriger als bei den trägen Darmkrebskranken.

Dass auch Frauen mit Darmkrebs von viel Bewegung profitieren, hatte zuvor schon eine Studie bei über 570 Patientinnen gezeigt. Darin war die tumorspezifische Sterberate bei körperlich aktiven Frauen sogar um 61 Prozent geringer als bei trägen Altersgenossinnen.

Ein möglicher Grund für den Nutzen von Sport sei die Insulinabhängigkeit von Kolorektal-Tumoren, so die Autoren der aktuellen Studie. Sport reduziere offenbar die Insulinkonzentration im Gewebe und begünstige auf diese Weise die Tumorzell-Apoptose.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »