Ärzte Zeitung, 02.03.2012

Darmkrebsvorsorge für 30.000 Saarländer

Saarländer werden zur Darmkrebsvorsorge eingeladen

Im Darmkrebsmonat März startet ein Modellprojekt des Deutschen Krebsforschungszentrums zur besseren Früherkennung. 30.000 Bürgerinnen und Bürger im Saarland sollen eine Einladung erhalten. Zusätzlich richtet der Krebsinformationsdienst eine Telefonleitung zu Darmkrebs ein.

HEIDELBERG (eb). Darmkrebs kann weit besser als andere Krebsarten durch Früherkennung verhütet werden, weil er langsam aus Vorstufen entsteht. Seit 2002 ist die Darmspiegelung Bestandteil des gesetzlichen Programms zur Krebsfrüherkennung, bereits seit 1977 wird den Versicherten ein Test auf okkultes Blut im Stuhl angeboten.

Bisher setzte man allein auf die Eigeninitiative der Menschen, doch nun soll in einem Forschungsvorhaben ein organisiertes Screening erprobt werden, teilt das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) mit. Ziel ist, die Teilnahmeraten für beide Untersuchungen zu steigern.

Zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger

Der DKFZ-Epidemiologe Professor Hermann Brenner wird das Modellprojekt in Kürze zusammen mit dem Krebsregister Saarland starten.

Nach dem Melderegister zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger erhalten eine persönliche Einladung zu je einer der beiden Früherkennungsuntersuchungen.

Angeschrieben werden insgesamt etwa 30.000 Saarländer der Geburtsjahrgänge 1962 und 1957. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Gesundheit innerhalb des Nationalen Krebsplans über drei Jahre gefördert.

Mit dem Vorhaben soll etwa geklärt werden: Wie stark steigt die Teilnahmerate an beiden Verfahren? Bringen wiederholte Einladungen weitere Verbesserungen? Ist es sinnvoll, gleich die Materialien für den Stuhltest mitzuschicken? Wie häufig wird ein Nachweis von Blut im Stuhl durch Darmspiegelung abgeklärt?

Modellprojekt zur bundesweiten Darmkrebsfrüherkennung

Auch die Kosteneffektivität wird erfasst, also die Aufwendungen für die Einladungen gegen die Einsparungen durch den langfristig zu erwartenden Rückgang an Darmkrebs. Ist das Projekt erfolgreich, so könnte es als Modell für bundesweite Einladungen zur Darmkrebsfrüherkennung dienen.

Beim Mammographie-Screening hat man in Deutschland sogar von Anfang an darauf gesetzt, die Frauen per Brief einzuladen, nachdem dieses Vorgehen in anderen Ländern erfolgreich verlief.

Der Krebsinformationsdienst des DKFZ beantwortet Fragen von Patienten, Angehörigen und der interessierten Öffentlichkeit zum Thema Krebs täglich von 8 bis 20 Uhr kostenfrei unter der Telefonnummer 0800-420 30 40.

Im Darmkrebsmonat März ist unter der gleichen Nummer werktags von 9 bis 19 Uhr eine zusätzliche Leitung freigeschaltet. Dort informieren Mitarbeiter über Vorbeugung und Früherkennung von Darmkrebs, über die Erkrankung selbst und die Behandlung.

Infos per E-Mail: krebsinformationsdienst@dkfz.de
www.krebsinformationsdienst.de

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