Ärzte Zeitung, 11.06.2004

Erfolg mit Retinsäure bei Promyelozyten-Leukämie

Klinische Studie mit in Liposomen verpackter Substanz

NEW ORLEANS (ple). Manche Patienten mit der selten akuten Promyelozyten-Leukämie profitieren offenbar besonders von einer ausschließlichen Therapie mit all-trans-Retinsäure, einem Vitamin-A-Abkömmling, die in Liposomen verpackt ist: Selbst nach fünf Jahren sind keine Symptome festzustellen. Die Patienten gelten als geheilt.

Während des ASCO-Kongresses in New Orleans hat Dr. Apostolia Maria Tsimberidou aus Houston in Texas erste Studiendaten dazu vorgestellt. Von 34 zuvor nicht behandelten Patienten, die liposomal verpackte all-trans-Retinsäure gespritzt bekamen, hatten nach im Mittel vier Jahren fast 70 Prozent keine Krankheitszeichen. Die meisten erhielten aber in dieser Zeit bei Fortschreiten der Erkrankung zusätzlich Idarubicin.

Aber: Immerhin zehn Patienten ging es nach vier Jahren genauso gut, auch ohne zusätzliche Therapie mit Idarubicin, wie das M.D. Anderson-Krebszentrum in Houston mitteilt. Möglicherweise könnten auch andere Leukämie-Patienten von liposomaler all-trans-Retinsäure profitieren.

Mit all-trans-Retinsäure und Chemotherapie können mehr als 70 Prozent der Patienten mit neudiagnostizierter Promyelozyten-Leukämie geheilt werden. Bis zu 30 Prozent bekommen dennoch Rezidive.

Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa zwei bis drei Menschen pro eine Million Einwohner an dieser Form der Leukämie. Meist sind die Patienten über 70 Jahre alt. Und es erkranken doppelt so viele Männer wie Frauen.

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