Ärzte Zeitung, 16.03.2005

Therapie gegen H. pylori heilt MALT-Lymphom-Patienten

Langzeitdaten einer noch unveröffentlichten Studie bestätigen: Eradikation vom Magenkeim ist im Lymphom-Stadium I eine gute Therapie

WIESBADEN (KHS). Patienten mit gastralem Marginalzonen-B-Zell-Lymphom vom MALT-Typ haben in den Stadien I und II eine "hervorragende Prognose". Die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt nach konservativer Therapie 90 bis 95 Prozent. Die Patienten, so Professor Wolfgang Fischbach beim GastroUpdate 2005 in Wiesbaden, "haben eine echte Heilungschance".

Wie der Chefarzt am Klinikum Aschaffenburg berichtete, bringt eine Operation bei einem MALT-Lymphom im frühen Stadium keinen Gewinn für die Patienten. Im Stadium I der Erkrankung reiche die reine Helicobacter-Eradikation für den Therapieerfolg meistens bereits aus.

Fischbach stellte erste Ergebnisse einer Studie vor, die noch in diesem Jahr veröffentlicht werden soll. Danach wurden 95 Patienten mit einem MALT-Lymphom im Stadium I nach Helicobacter-Eradikation im Mittel 33 Monate lang beobachtet.

Die Studie bestätigt mit einer Rate von 95 Prozent die aus der Literatur bekannten guten Heilerfolge. Nur bei fünf Prozent der Patienten sei es zu einer lokalen Progression oder zur Entwicklung eines höhergradigen Lymphoms gekommen.

Nach erfolgreicher Eradikationstherapie reiche es, den weiteren Krankheitsverlauf zu überwachen, sagte Fischbach bei der von Altana Pharma Deutschland unterstützten Veranstaltung. Möglich sei dies mit dem endoskopischen Ultraschall (EUS).

Mißlingt die Eradikation, tritt keine Remission im Stadium I ein oder liegt ein Stadium II vor, ist eine Bestrahlung indiziert. Eine Operation ist nur bei Komplikationen angezeigt, etwa bei Blutung oder Perforation.

Erst in den MALT-Lymphom-Stadien III und IV sei eine Chemotherapie indiziert, sagte Fischbach. An diese könne dann aber kein kurativer Anspruch mehr gestellt werden. Eine Op bringe aber auch in diesen Stadien keinen primären Gewinn.

Für eine Magenlymphom-Studie sucht Fischbach Patienten (Tel.: 06021- 32 30 10 / wolfgang.fischbach@klinikum-aschaffenburg.de). Zusammen mit Professor Wolfgang Berdel von der Uni Münster (Tel.: 0251 / 834 75 87, http://medweb.uni-muenster.de/institute/meda) leitet er die Studie.

STICHWORT

Lymphome des Magens

Für Magen-Lymphome gibt es mehrere, teils unterschiedliche Vorschläge der Stadieneinteilung. Im Kern sieht die Stadieneinteilung so aus:

Stadium I: Uni- oder multilokuläres Lymphom, das auf die Magenwand beschränkt ist; kein Lymphknotenbefall.

Stadium II: Befall regionaler Lymphknoten und eines unmittelbar benachbarten Organs unterhalb des Zwerchfells.

Stadium III: Lymphknoten- und Organbefall auch oberhalb des Zwerchfells.

Stadium IV: Diffuser und disseminierter Befall eines oder mehrerer extragastraler Organe. (KHS)

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