Ärzte Zeitung, 28.06.2006

Neue Optionen zur Therapie bei Leukämie-Rezidiv

BERLIN (grue). Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL), der häufigsten Leukämieform bei Erwachsenen, können inzwischen durch neue Medikamente besser als früher behandelt werden. Eine der wirksamsten Optionen für die CLL-Therapie bei einem Rezidiv ist Bendamustin.

Nach einem Rezidiv erreichen 60 bis 80 Prozent der Patienten mit Bendamustin (Ribomustin®) eine Remission, darunter sind bis zu 30 Prozent komplette Remissionen. Selbst zuvor intensiv behandelte Patienten profitieren von dem Alkylans. Bei der kompletten Remission sind keine Leukämie-Zellen mehr nachweisbar und dies auch bei einer Kontrolluntersuchung vier Wochen später.

"Die Substanz ist auch in fortgeschrittenen CLL-Stadien und bei Fludarabin-refraktären Patienten wirksam", sagte Professor Clemens Wendtner von der Universität Köln beim Krebskongreß in Berlin. Bei zuvor mehrfach behandelten Patienten wird Bendamustin meist mit Mitoxantron kombiniert.

In einer Studie erreichten damit 19 von 22 Patienten eine Remission (86 Prozent) und ein medianes Gesamtüberleben - also vom Zeitpunkt der Diagnose bis zum Tod - von mehr als drei Jahren. Bendamustin sei deshalb ein wichtiger Bestandteil in den Studienkonzepten der Fachgesellschaften, sagte der Hämatologe bei einer Veranstaltung des Unternehmens Ribosepharm.

Antikörper Rituximab als Kombipartner für Bendamustin

Bendamustin ist gut verträglich, auch in Kombination mit Mitoxantron. Es gibt aber vermutlich noch weitere wirksame Kombinationen. "Zum Beispiel wurden synergistische Effekte zwischen Bendamustin und dem monoklonalem Antikörper Rituximab beobachtet", sagte Wendtner.

Die Dreifachkombination aus Bendamustin, Mitoxantron und Rituximab hatte bereits in einer Studie bei Patienten mit rezidivierten niedrigmalignen Lymphomen überzeugt. An dieser Studie hatten auch 21 Patienten mit CLL teilgenommen und mit Hilfe der Therapie eine progressionsfreie Zeit von 17 Monaten erreicht.

Die neue Studie mit dem Kürzel CLL2M erfolgt nur mit CLL-Patienten, die bereits bis zu drei Vortherapien gehabt haben. Die Therapie besteht aus sechs Zyklen Bendamustin plus Rituximab, die Nachbeobachtung dauert drei Jahre. Sind die derzeit laufenden Studien zufriedenstellend, soll Bendamustin auch in der Primärtherapie von CLL-Patienten geprüft werden.

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