Ärzte Zeitung online, 15.10.2008

Studie: Fernsehsender bergen keine erhöhte Leukämiegefahr

SALZGITTER (dpa). Selbst leistungsstarke Radio- und Fernsehsender erhöhen laut einer Studie nicht das Leukämierisiko bei Kindern. Das Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter hatte die Untersuchung bei einem Universitätsinstitut in Mainz in Auftrag gegeben.

Danach gebe es keine Hinweise auf eine erhöhte Leukämiegefahr, berichtete die Behörde am Mittwoch in Salzgitter. Es wurden alle westdeutschen Gemeinden in die Studie einbezogen, die im Umkreis von etwa 20 Kilometern von 16 leistungsstarken Mittelwellensendern und acht UKW- und TV-Sendern liegen. Verglichen wurden die Daten von 1959 an Leukämie erkrankten und 5848 Kindern ohne den Blutkrebs.

Das Bundesamt hatte die sogenannte KISS-Studie (Kindliche Leukämien und Expositionen in der Umgebung von hochfrequenten Sende- Stationen) initiiert, nachdem frühere Studien vereinzelt Hinweise auf ein erhöhtes Kinderleukämierisiko in der Umgebung von Radio- und Fernsehsendern gezeigt hatten. Diese Studien waren nach Angaben des Amtes aber wenig aussagekräftig. "Wir haben keinerlei Hinweise auf ein erhöhtes Leukämierisiko für Kinder gefunden", sagte der Leiter der neuen Studie, Dr. Joachim Schüz. "Weder für die Mittelwellensender noch für UKW- und Fernsehsender."

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