Ärzte Zeitung online, 13.01.2009

In der Uni-Frauenklinik Jena ist kostenlose Nabelschnurblut-Spende möglich

JENA (eb). In der Universitätsfrauenklinik Jena kann ab sofort Nabelschnurblut gespendet werden. Möglich wurde das durch eine Kooperation der Universitätsfrauenklinik mit dem "NKR - Initiative Leben spenden Deutschland". Durch die Nabelschnurblutspende, die für die werdenden Eltern kostenfrei und für Mutter und Baby schmerz- und risikofrei ist, kann schwer kranken Menschen das Leben gerettet werden.

"Ich bin sehr froh darüber, dass ab sofort auch Eltern aus Jena und Umgebung die Möglichkeit der kostenfreien gemeinnützigen Nabelschnurblutspende haben", so Professor Ekkehard Schleußner, Direktor der Abteilung Geburtshilfe der Universitätsfrauenklinik Jena. Eine erste Spende kam bereits am 2. Januar von einer Mitarbeiterin des Klinikums (UKJ): Dr. Katharina Ferrari-Kühne, Herzchirurgin am UKJ, war mit der Geburt ihres Sohnes Adrian die erste Mutter, die diese nichtkommerzielle Spendemöglichkeit genutzt hat.

Auch Dr. Marlena Robin-Winn, Leiterin des "NKR - Initiative Leben spenden Deutschland" freut sich über die Zusammenarbeit: "Weltweit warten Tausende schwer kranke Menschen händeringend auf eine Blutstammzellspende. Mit gespendetem Nabelschnurblut können wir diesen Menschen das Leben retten."

Nabelschnurblut ist eine Alternative zu Blutstammzellen aus dem Knochenmark

Jedes Jahr erkranken Tausende Menschen an lebensgefährlichen Erkrankungen des blutbildenden oder des Immunsystems, wie Leukämie, Lymphomen oder verschiedene Stoffwechselerkrankungen. Meist kann diesen Patienten nur noch durch eine Transplantation gesunder Blutstammzellen geholfen werden. Häufig stehen jedoch keine passenden erwachsenen Blutstammzellspender zur Verfügung. Nabelschnurblut bietet hier eine Alternative zu Blutstammzellen aus dem Knochenmark.

Das normalerweise als Geburtsabfall behandelte Blut enthält Millionen wertvoller Stammzellen, die nach der Abnabelung schmerz- und risikofrei für Mutter und Kind entnommen und anschließend konserviert werden können. Durch die Kältekonservierung stehen die Stammzellen im Anwendungsfall sofort zu Verfügung. Dadurch können Patienten schneller behandelt werden.

Ein besonderer Vorteil von Nabelschnurblut-Stammzellen besteht darin, dass sie besser als Blutstammzellen aus dem Knochenmark vertragen werden. Der Grund dafür ist, dass Nabelschnurblut-Stammzellen unreifer sind und damit geringere Abstoßungsreaktionen hervorrufen. Deswegen wird weltweit immer häufiger Nabelschnurblut anstelle von Knochenmark eingesetzt.

Eltern, die Informationen zum Thema Nabelschnurblut wünschen, können sich direkt an die gemeinnützige Organisation "NKR - Initiative Leben spenden Deutschland" wenden. Tel.: 05 11 / 89 88 88 60; Internet: www.nkr-mhh.de

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