Ärzte Zeitung, 11.02.2009

Fitness wichtig für erfolgreiche Immunchemotherapie

Patienten mit chronisch lymphatischer Leukämie profitieren von Dreifach-Kombination mit Rituximab

KÖLN (nsi). Welches ist die optimale Ersttherapie für einen Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL)? Dafür wird der Parameter "Fitness" zunehmend bedeutsam.

So könne die Kombination von Zytostatika mit dem monoklonalen Anti-CD20-Antikörper Rituximab die Remissionsrate erhöhen und das progressionsfreie Überleben verlängern. Das hat Professor Michael Hallek aus Köln gesagt.

Die Immunchemotherapie habe jedoch im Vergleich zur Standardtherapie mehr unerwünschte Effekte auf das blutbildende System. Dies führe jedoch dann nicht zu höheren Raten schwerer Infektionen, wenn die körperliche Ausgangssituation der Patienten gut sei.

"Wird eine Erstlinienbehandlung bei einem CLL-Patienten erforderlich, so gilt die Immunchemotherapie mit Rituximab (R), Fludarabin (F) und Cyclophosphamid (C) seit der Krebstagung ASH Ende 2008 in San Francisco als neuer Standard", sagte Hallek bei einer Veranstaltung von Roche Pharma in Köln.

Bei einem durchschnittlichen Alter von 70 Jahren zum Zeitpunkt der CLL-Diagnose werde angesichts neuer Therapieoptionen eine hochwertige Beurteilung der Morbidität immer wichtiger.

Dreifachkombination hält die Progression länger auf.

In die Studie waren 817 CLL-Patienten nach Bewertung des Organfunktionsstatus mit der Cumulative Illness Rating Scale (CIRS) aufgenommen worden. Beim CIRS werden 14 Organsysteme mit Punkten von 0 bis 4 bewertet - je höher der Wert, desto schlechter die Funktion.

Die Studienteilnehmer hatten durchschnittlich einen CIRS-Wert von 1, maximal aber 6. Patienten, die die Dreifach-Kombination FCR erhielten, lebten im Vergleich zu Patienten mit der Standardtherapie FC um durchschnittlich zehn Monate länger (statt knapp 33 fast 43 Monate) ohne Fortschreiten der Erkrankung - und das ohne Verschlechterung der Lebensqualität. Etwa 60 Prozent der CLL-Patienten, die eine Therapie benötigten - mindestens 60 Prozent brauchten initial keine Therapie - wären nach Schätzung von Hallek fit genug für eine Immunchemotherapie.

Lesen Sie dazu auch:
Dreiertherapie jetzt Standard für Patienten mit CLL

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