Ärzte Zeitung online, 19.03.2009

Entdecker von Medikamenten gegen Krebs und Malaria für Erfinderpreis nominiert

BRÜSSEL (nös). Für die Lösung "globaler Herausforderungen" sollen Ende April vier Forscher als "Europäische Erfinder des Jahres 2009" ausgezeichnet werden. Die zwölf Nominierten für die Auszeichnung gaben das Europäische Patentamt (EPA) und die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel bekannt. Unter den Vorgeschlagenen sind auch zwei Pharmaforscher.

In der Kategorie "Industrie" ist das der Schweizer Chemiker Dr. Jürg Zuimmermann. Zusammen mit seinem US-amerikanische Kollegen Professor Brian Druker wurde er für die Entwicklung des Krebswirkstoffs Imatinib (Glivec®) nominiert. Mit dem Wissen, dass die vermehrte Freisetzung von Leukozyten bei einer chronisch myeloischen Leukämie unter anderem durch das Fusionsgen BCR-ABL verursacht wird, suchten Zimmermann und sein Team nach Hemmstoffen.

Dabei sind sie auf einen Angriffspunkt gestoßen, über den die Tyrosinkinase ABL gehemmt wird. Anschließend begann Druker mit seinem Team diesen Hemmer für die klinische Anwendung zu verfeinern, so dass sie ihn schließlich klinisch testen konnten. Mittlerweile ist Imatinib die erste Wahl in der Therapie bei CML.

In der Kategorie "Nicht-Europäer" nominierte das EPA zum ersten Mal einen Chinesen. Professor Yiquing Zhou wurde nominiert für die Entwicklung eine Kombinationstherapie bei Malaria tropica. Bei seinen Forschung stieß er auf ein altes pflanzliches Heilmittel, den Einjährigen Beifuß (Artemisia annua). Dessen Extrakte werden in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) seit über 2000 Jahren bei Malaria-Erkrankungen eingesetzt.

Als aktiven Wirkstoff konnte Zhou das Sesquiterpen Artemisinin ausmachen. Den davon abgeleiteten Wirkstoff Artemether kombinierte ihn mit dem bekannten Antiprotozoikum Lumefantrin. Als Kombinationspräparat (Riamet®) wird es heute in der Notfalltherapie bei Malaria eingesetzt.

Internet: www.epo.org/about-us/events/epf2009.html

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »