Ärzte Zeitung online, 24.06.2010

Potenzial von Stammzellen aus Nabelschnurblut unterschätzt?

MINNEAPOLIS (ple). In einer internationalen Studie mit Leukämie-Patienten schnitten Transplantationen von Stammzellen aus Nabelschnurblut so gut ab wie Transplantationen solcher Zellen aus dem Knochenmark oder aus dem peripheren Blut.

Erwachsene mit Leukämie profitieren offenbar von Stammzellen aus Nabelschnurblut nicht verwandert Spender mindestens ähnlich stark wie von Knochenmarkzellen oder von Stammzellen aus dem peripheren Blut nicht verwandter Spender. Für Leukämie-Patienten, für die nicht schnell genug passende Stammzellspender gefunden werden können, wäre einer internationalen Studie zufolge daher Nabelschnurblut eine Option.

Daten weltweit von mehr als 1500 Patienten analysiert

In der Studie wurden die Daten von mehr als 1500 Patienten in mehr als 210 Zentren weltweit analysiert, die wegen einer akuten Leukämie eine Stammzelltransplantation erhielten. 165 Patienten bekamen Stammzellen aus Nabelschnurblut, 472 Patienten Stammzellen aus Knochenmark nicht verwandter Spender und 888 Patienten Stammzellen aus dem peripheren Blut nicht verwandter Spender.

Wie die Arbeitsgruppe um Professor John E. Wagner aus Minneapolis jetzt berichtet, war der Anteil der Patienten ohne Zeichen der Leukämie, in allen drei Gruppen zu jedem Zeitpunkt ähnlich groß und lag nach zwei Jahren etwa bei 50 Prozent, wenn die Patienten zum Zeitpunkt der Transplantation in kompletter Remission waren, und bei etwa 20 Prozent, wenn die Patienten zum Zeitpunkt der Stammzellübertragung nicht in Remission waren (Lancet Oncology online).

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