Ärzte Zeitung online, 06.01.2011

Transplantation von allogenen Stammzellen wird immer sicherer

SEATTLE (ple). In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Sterberate nach Transplantation allogener Stammzellen deutlich verringert.

Transplantation von allogenen Stammzellen wird immer sicherer

Stammzellgewinnung aus dem Blut: Immer beliebter.

© Melanie Vollmert / fotolia.com

Umfangreiche Erfahrungen mit der Transplantation allogener hämatopoetischer Stammzellen hat unter anderen das Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle mit der Arbeitsgruppe um Professor Rainer Storb.

Die Wissenschaftler haben jetzt die Auswertung der Daten veröffentlich, die bei 1418 Patienten im Zeitraum zwischen 1993 und 1997 sowie bei 1148 Patienten im Zeitraum zwischen 2003 und 2007 erhoben wurden (NEJM 2010; 363: 2091).

Alle Patienten hatten jeweils zum ersten Mal ein Stammzelltransplantat erhalten. Die meisten Patienten erhielten wegen einer Leukämie, eines Lymphoms oder Myeloms ein allogenes Transplantat.

Nach Angaben der Forscher geht aus der Auswertung der Daten hervor, dass sich zum Beispiel die Gesamtsterberate um 41 Prozent im Vergleich zum Zeitraum in den 90er Jahren verringert hat. Im Durchschnitt waren die Patienten im zweiten Untersuchungszeitraum älter, schwerer erkrankt und in fortgeschritteneren Stadien der Krebserkrankung als Patienten, die zwischen 1993 und 1997 ein fremdes Transplantat erhalten hatten.

Die US-Wissenschaftler vermuten, dass auch der Umstand zu dem verbesserten Transplantationsergebnis beigetragen hat, dass sie jetzt weniger toxische myeloablative Regime für die Konditionierung der Patienten verwenden. Denn höherer Arzneidosierungen hätten eher zu Organschäden beigetragen.

Heute werden im Vergleich zu früher eher Transplantate von Stammzellen aus dem peripheren Blut statt Knochenmarkstammzellen verwendet. Das hat unter anderem zur Folge, dass sich die Immunabwehr gegen Pilze und Bakterien eher erholt.

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