Ärzte Zeitung online, 08.02.2010
Neue
Impfung gegen Magenkeim - und damit gegen
Magenkrebs
MÜNCHEN (eb). Wissenschaftler entwickeln
Impfstoff gegen Bakterium Heliobacter pylori. Gefördert wird
das Projekt von der Deutschen Krebshilfe mit dem Ziel, eine Impfung zu
entwickeln. Denn 90 Prozent der Magen-Karzinome sind auf eine Infektion
mit dem Bakterium Heliobacter pylori zurückzuführen.
Diese Infektion wird zurzeit vor allem mit
Antibiotika behandelt. Der Erreger ist jedoch vermehrt resistent
geworden.

Helicobacter pylori - eine Hauptursache
für Magenkarzinome. © Abbott / Nycomed
In früheren Studien haben die Wissenschaftler um
Projektleiter Dr. Markus Gerhard von der TU München bereits
ein zentrales Molekül identifiziert, das ein idealer Kandidat
ist für eine wirkungsvolle Impfstrategie gegen Heliobacter
pylori.
Es handelt sich dabei um einen Eiweißstoff, den das
Bakterium selbst produziert und ausscheidet. Dieses bakterielle Protein
blockiert die menschliche Abwehrreaktion und verhindert so, dass das
Immunsystem das Bakterium beseitigen kann.
Mit Hilfe der neuen Impfung soll nun erreicht
werden, dass die
körpereigenen Antikörper das bakterielle
Eiweiß ausschalten, wie die TU München mitteilt. Das
Immunsystem ist so in der Lage, das Bakterium eigenständig zu
zerstören. Die Impfung soll zukünftig sowohl
vorbeugend als auch therapeutisch gegen Heliobacter pylori eingesetzt
werden.
Die Deutsche Krebshilfe unterstützt das Projekt am
Klinikum rechts der Isar der TU mit 266 000 Euro.

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