Ärzte Zeitung, 28.01.2004

Pluspunkte für Docetaxel bei Brustkrebs im Frühstadium

Studienergebnisse nach 55 Monaten Beobachtungszeit / Fast 1500 Frauen mit Ca im Frühstadium plus Befall von axillären Lymphknoten untersucht

BERGISCH GLADBACH (hsr). Frauen mit Brustkrebs im Frühstadium und Befall axillärer Lymphknoten, die postoperativ adjuvant Docetaxel erhalten, haben im Vergleich zu Frauen mit der Standard-Chemotherapie bessere Chancen, ohne Rezidiv zu überleben.

Das bestätigen Ergebnisse einer zweiten Interimsanalyse der BCIRG (Breast Cancer International Research Group) 001-Studie nach 55 Monaten Beobachtung. Privatdozent Carsten Oberhoff aus Essen hat die neuen Daten bei einer Veranstaltung von Aventis in Bergisch Gladbach vorgestellt.

In die Studie wurden 1491 Frauen mit Brustkrebs und befallenen Axilla-Lymphknoten aufgenommen. Die Frauen bekamen in sechs Zyklen alle drei Wochen 75 mg/m2 Docetaxel plus 50 mg/m2 Doxorubicin plus 500 mg/m2 Cyclophosphamid (TAC-Regime) oder die Standardtherapie mit 500 mg/m2 5-Fluorouracil plus Doxorubicin plus Cyclophosphamid (FAC-Regime).

Schon die erste Analyse nach 33 Monaten hatte eine signifikante Erhöhung der krankheitsfreien Überlebensrate und der Gesamtüberlebensrate durch TAC- im Vergleich zum FAC-Regime ergeben (wir berichteten). Zur Erinnerung: 82 Prozent der Frauen mit Docetaxel-basierter Therapie überlebten ohne Progression, mit FAC 74 Prozent. Die Gesamtüberlebensrate lag mit TAC bei 92, mit FAC bei 87 Prozent.

Die Auswertung der Daten nach knapp fünf Jahren Therapie bestätigen nun diese Resultate. Danach war für die Patientinnen mit Docetaxel-haltiger Therapie die Rate derer, die an einem Rezidiv erkrankten, um 28 und die Mortalitätsrate um 30 Prozent geringer als in der Vergleichsgruppe.

Die Wirksamkeit dieser Therapie ist nach Angaben von Oberhoff bei den Frauen mit ein bis drei befallenen Lymphknoten besonders deutlich geworden: Bei diesen Patientinnen war die Rezidivrate - unabhängig vom Hormon-Rezeptor-Status sowie vom Onkogen-HER-2-Neu-Status - um 39 Prozent verringert. Bei vier und mehr befallenen Lymphknoten lag die Reduktion bei 18 Prozent.

Aufgrund dieser Daten beabsichtigt Aventis, dieses Jahr in den USA und der EU die Zulassung für sein Docetaxel-Präparat Taxotere® auch für die Therapie bei operablem Brustkrebs im Frühstadium und Befall der axillären Lymphknoten zu beantragen. Derzeit ist das Taxan nur bei lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mamma-Ca zugelassen.

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