Ärzte Zeitung, 27.02.2004

Kombitherapie hält Brustkrebs länger in Schach als nur Taxan

Erfolge mit Gemcitabin plus Paclitaxel bei Krebs mit Filiae

DRESDEN (hsr). An metastasiertem Brustkrebs erkrankte, zuvor mit einem Anthrazyklin therapierte Frauen leben mit der Kombination aus dem Taxan Paclitaxel plus Gemcitabin länger ohne Tumorwachstum als mit dem Taxan allein. Außer von der verbesserten Wirksamkeit dieser Kombitherapie profitieren die Frauen wegen der meist tolerablen unerwünschten Effekte von Gemcitabin auch bei der Lebensqualität.

"Gemcitabin ist ein idealer Kombinationspartner für Taxane", so Dr. Andreas Schneeweiß von der Uniklinik Heidelberg in Dresden. Die Substanz ist daher seit kurzem zur First-Line-Therapie bei dieser Indikation zugelassen.

Der Gynäkologe erinnerte an Ergebnisse von sieben Phase-II-Studien zur Kombitherapie mit Gemcitabin und Paclitaxel beim metastasierten Mamma-Ca. Danach sind bei 268 Patientinnen mittlere Ansprechraten von 55 bis 60 Prozent erzielt worden. Die Zeit bis zur Tumorprogression lag bei sieben bis neun Monaten, die Gesamt-Überlebensrate bei über einem Jahr. Die hämatologische Toxizität, etwa Neutropenie, war meist tolerabel und vorübergehend. Übelkeit, Erbrechen, Neuropathie und Fatigue, die die Lebensqualität der Frauen stark einschränkt, waren leicht bis moderat.

Diese Resultate sind nach Angaben von Schneeweiß in einer Phase-III-Studie bestätigt worden. Darin erhielten 529 Frauen entweder das Taxan allein (175 mg/m2 Körperoberfläche am ersten Tag alle drei Wochen) oder in Kombination mit Gemcitabin (1250 mg/m2 am ersten und achten Tag alle drei Wochen).

Wie der Gynäkologe bei der Veranstaltung des Unternehmens Lilly, das Gemcitabin als Gemzar® anbietet, gesagt hat, war die Ansprechrate mit dem Nukleosid-analogon mit 39 Prozent viel höher als mit Monotherapie (26 Prozent). Bei der Kombitherapie war die Zeit bis zur Tumor-Progression um zwei Monate länger. Die hämatologische Toxizität war mit der Kombination im Vergleich zur Monotherapie zwar höher. Die febrile Neutropenie sei bei der Kombitherapie mit fünf Prozent aber nur leicht häufiger gewesen als bei Monotherapie (zwei Prozent), so Schneeweiß. Die nicht-hämatologische Toxizität war mit beiden Therapien ähnlich.

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