Ärzte Zeitung, 19.02.2004

Mit Taxan Überlebensvorteil bei Brustkrebs

Von einer Mono- oder Kombitherapie profitieren Frauen mit Rezidiven nach Anthrazyklin-haltiger Therapie

FRANKFURT AM MAIN (ner). Wenn Frauen mit Brustkrebs, die mit Anthrazyklinen behandelt worden sind, ein Rezidiv bekommen, sollte eine Taxan-haltige Mono- oder Kombitherapie erfolgen. Die Frauen leben dann länger als bei Therapie nach bisherigen Standards.

Frauen mit metastasiertem Mammakarzinom sind zwar nicht heilbar, aber: "Die Zeiten, in denen wir die Überlebensverlängerung in der Palliation nicht im Auge hatten, sind endgültig vorbei", sagte Professor Nadia Harbeck von der TU München beim 5. Interaktiven Fortbildungsseminar zum metastasierten Mammakarzinom in Frankfurt am Main.

Dabei gewinnen Anthrazyklin-freie Therapieregime an Bedeutung. Die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie empfiehlt bei Frauen, die bereits mit Anthrazyklinen behandelten worden sind und deren Erkrankung langsam fortschreitet, die Taxan-Monotherapie.

Im Direktvergleich von Docetaxel (Taxotere®) und Paclitaxel wurde dabei kürzlich ein signifikanter Überlebensvorteil für Docetaxel nachgewiesen, wie es bei der Veranstaltung des Unternehmens Aventis Oncology hieß. Dieses Ergebnis entspricht dem Resultat einer aktuellen Metaanalyse (wir berichteten).

Bei hohem Remissionsdruck sei die Kombination aus Docetaxel plus Capecitabin zu empfehlen, so Harbeck. Denn auf diese Behandlung reagieren 42 Prozent der Frauen in der Zweit- und Drittlinientherapie noch mit einer Teil- oder Komplettremission, das Fortschreiten der Erkrankung wird bei weiteren 38 Prozent der Frauen gestoppt (J Clin Oncol 20, 2002, 2812).

Allerdings müsse in der Kombination auch mit mehr unerwünschten Wirkungen als in der Monotherapie gerechnet werden, so Harbeck. Dennoch hätten die Frauen durch die Kombination in der genannte Vergleichsstudie eine höhere Lebensqualität erreicht.

Bei HER2/neu-positiven Frauen sprächen neue Daten für die frühe Kombination von Trastuzumab mit Docetaxel, so Harbeck. Dies bewirke im Vergleich zur Trastuzumab-Monotherapie oder der nachträglichen Kombination der Präparate einen deutlichen Überlebensvorteil.

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