Ärzte Zeitung, 22.03.2004

Viele Remissionen mit Taxan im Kombipack

Ergebnisse mehrerer Studien zu Brustkrebs / Optimales Therapieschema noch unklar

ROTTACH-EGERN (sto). Bei Frauen mit Mamma-Ca verkleinert sich der Tumor häufig durch eine primäre Chemotherapie. Dabei scheint eine Kombination mit Taxanen besondere Vorteile zu haben, lassen Ergebnisse mehrerer Studien vermuten.

Mit einer anthrazyklinhaltigen Therapie liegt die Rate pathologisch kompletter Tumorremissionen (pCR) bei etwa 13 Prozent. Diese läßt sich nach Angaben von Dr. Andreas Löhr von den Dr. Horst-Schmid-Kliniken in Wiesbaden durch zusätzliche Behandlung mit Taxanen fast zu verdoppeln. Das belegen mehrere Studien, über die Löhr bei einer Veranstaltung von Aventis in Rottach-Egern berichtete.

Noch ungeklärt sei, welches Therapieschema -Kombination oder Sequenz - optimal und welche Dosisintensität am effektivsten ist.

So wurde in einer Studie mit 2411 Frauen, die bereits vor der Op mit Anthrazyklin behandelt worden waren, durch prä- oder postoperatives Docetaxel (Taxotere®) über vier Zyklen ohne weitere Chemotherapie eine pCR-Rate von 26 Prozent erreicht. Mit dem Anthrazyklin allein lag die Rate bei 14 Prozent, wie der Gynäkologe berichtete.

In einer kleineren schottischen Studie mit 145 Patientinnen wurden die Frauen nach dem klinischen Ansprechen auf vier Zyklen einer anthrazyklinhaltigen Therapie entweder weiter nach diesem Schema oder mit vier Zyklen Docetaxel behandelt.

Die pCR-Rate im taxanhaltigen Arm lag bei 34 Prozent im Vergleich zu 16 Prozent mit der fortgeführten Anthrazyklin-Behandlung. Die 5-Jahres-Überlebensrate bei den zusätzlich mit Taxan behandelten Frauen lag bei 97 Prozent im Vergleich zu 78 Prozent mit der Vergleichstherapie.

913 Patientinnen nahmen an einer Studie in Deutschland teil, in der eine 24wöchige Sequenz von Anthrazyklin gefolgt von Docetaxel mit einem achtwöchigen dosisintensivierten Protokoll mit Doxorubicin und Docetaxel verglichen wurde. Das Ergebnis: Mit Docetaxel lag die pCR-Rate bei 22,4, ohne bei 11,5 Prozent, so Löhr.

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